Porto-Schiefer: Naturprodukt mit sehr guter Ökobilanz

Schiefer ist ein Naturprodukt - selbst, wenn man einen Schieferboden eines Tages wieder herausreißen sollte, kann man die Reste als Bodenverbesserer verwenden.
Portugal ist weit. Wo dort wird Porto-Schiefer abgebaut? Nach einigem Suchen findet sich das Campo-Valongo-Tal als Quelle, dort muss es einen Tagebau geben. So an die 2.000 Kilometer wären es dorthin, von Mannheim aus gerechnet. Das südeuropäische Land verbindet man am ehesten mit Produkten aus der Landwirtschaft (Portwein . . .), vielleicht auch mit der portugiesischen Variante des Blues, dem Fado. Porto-Schiefer spielt aber durchaus eine wichtige Rolle, er gehört zu den wichtigsten und beliebtesten Schiefern überhaupt und wird vielfach angeboten. Schiefer ist ein sehr altes Gestein. Fachleute wissen, dass er in unserem Raum vor allem in der Zeit vor 350 bis 400 Millionen Jahren entstanden ist. Die entsprechende Zeit wird als Ordovizium bezeichnet.
Wie entstand Schiefer? Feinstkörnige Tonschlammmassen haben sich verfestigt, dabei hat sich - vereinfacht ausgedrückt - Glimmer gebildet. Die spezielle Struktur dieser Minerale sorgt dafür, dass Schiefer sehr gut spaltbar und deshalb einfach zu verarbeiten ist. Wie die einzelnen Schiefersorten jeweils zusammengesetzt sind, kann sich von Fundort zu Fundort durchaus unterscheiden - je nachdem, welche Minerale sich an Ort und Stelle abgelagert haben. Schiefer findet sich in Spanien, Frankreich, Großbritannien, Deutschland - und eben Portugal. Am meisten wird Schiefer in Frankreich genutzt.
Interessant ist an Schiefer übrigens auch seine Ökobilanz: Da die eigentliche Verarbeitung nur aus Spalten - direkt im Schiefersteinbruch, weil es “bergfeucht” geschehen muss – besteht und ansonsten nicht allzu viel passiert, kann man die Ökobilanz allein schon deshalb als positiv bezeichnen. Auch nach seiner Verwendung als Baustoff hat Schiefer nicht ausgedient - er eignet sich als Bodenverbesserer oder Gesteinskörnung - Schiefermehl, Schiefersplitt und so genannter Blähschiefer (zur Herstellung von Leichtbeton) sind gebräuchlich. Übrigens gelten Schiefersteinbrüche (sowohl über- als auch untertage) nach der Gewinnung als sehr gute Biotope.
Porto-Schiefer (auch Valongo genannt) ist schwarzgrau bis tiefschwarz. Er eignet sich nicht nur für Boden- und Wandplatten, sondern auch für großformatige Werkstücke und auch als Dachschiefer. Wie alle Schiefer ist Porto empfindlich, wenn es um Kratzspuren geht. Das ist für dieses Material nicht ungewöhnlich: Das kleine Teile abplatzen, kann sowieso vorkommen (Schieferungen). Der Naturstein Schiefer lebt gleichsam weiter - das bedeutet, dass sich Spuren wieder herauslaufen können. Es schadet übrigens auch nicht, in der Bauphase des eigenen Belags ein wenig Sorgfalt walten zu lassen. Baufachleute wissen nur zu gut, dass bei einem neu errichteten Gebäude die Außenanlagen häufig erst nach den Innenräumen mit frisch verlegten Böden fertiggestellt werden. Die Folge: Allzu schnell wird Dreck von der Baustelle nach Innen getragen. Auch im Winter sollte man aufpassen: Streusplitt muss man nicht in die Wohnung tragen - und gegen Tausalz sind alle Natursteine empfindlich.
Apropos: Porto-Schiefer sollte nicht an Orten eingesetzt werden, wo Frosttemparaturen herrschen können. Wollte man hier absolute Sicherheit, müsste man aufwändige Frostversuche (für die es Standars in der Industrie gibt) vornehmen. Es gibt frostsichere Natursteine, die für den Einsatz im Freien eher geeignet sind. Letzte Bemerkung: Porto-Schiefer wird üblicherweise mit einer Haftbrücke an der Unterseite verlegt.
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