Travertin richtig pflegen
Wenn der neue Boden aus Travertin verlegt, die Wohnung wieder eingeräumt ist und alles an seinem Platz steht, kommen schnell Fragen: Wie wird Travertin richtig gepflegt? Wie oft müssen die Steine gesäubert und instand gehalten werden? Was kann man tun, wenn Schäden auftreten?
Und: Manche übernehmen ja auch Wohnräume, in denen Travertin schon lange den Fußboden verziert und über die Jahre gelitten hat - was unternehmen, um den Stein wieder in guten Zustand zu versetzen? Entsprechende Foren im Internet sind voll mit solchen Fragen und auch die Kunden von jonastone wollen immer wieder wissen, was sie bei der Pflege von Travertin beachten müssen.

Beachtet man bestimmte Regeln beim Umgang mit Travertin, wird man sich lange an dem Material freuen können.
Ein paar Vorbemerkungen: Jeder hat, was Sauberkeit angeht, unterschiedliche Sitten und Bedürfnisse. Während die einen grundsätzlich am Eingang ihrer Wohnung Straßenschuhe ablegen, sind andere gewohnt, ohne Innehalten in die Wohnung zu gehen. In gewerblich genutzten Räumen ist sowieso nichts anderes üblich. Während die einen sich viel Arbeit sparen, weil Schmutz von außen erst gar nicht in die Wohnung kommt, haben die anderen eine Menge zu tun, weil Sand, Dreck und im Winter Schnee mitgebracht werden.
jonastone empfiehlt seinen Kunden grundsätzlich, Natursteine nach der Verlegung zu imprägnieren. Diese Behandlung hält vier Jahre und kann wiederholt werden. Das Aussehen des Travertins leidet darunter nicht, er behält seinen natürlichen Charakter - aber die Pfleg wird vereinfacht und die Verschmutzung eingedämmt. Ob Travertin im Freien oder im Innern verlegt ist, spielt für die Pflege keine Rolle.
Raue Oberflächen bürsten, keine Säuren einsetzen
Hans-Jürgen Schmiedel, der in Sternberg (Mecklenburg) einen Naturstein-Service betreibt, nahm auf Anfrage zur fachgerechten Pflege von Travertin Stellung. Generell gelte bei Kalksteinen, dass nur mildalkalische oder lösungsmittelhaltige Reiniger eingesetzt werden dürften. Pflegemittel, die Säure enthielten oder hochalkalisch seien, ,,können Travertin als Gestein bzw. eine vorhandene Politur angreifen". Der Naturstein Travertin sei in Abhängigkeit von der jeweiligen Ausführung der Oberfläche, der Nutzung des Steinbelages und der Saugfähigkeit fleck- und schmutzempfindlich. Je rauer die Oberfläche sei, um so mehr Schmutz könne sie aufnehmen und behalten, sagt Schmiedel. Insofern empfehle sich bei raueren Oberflächen ,,immer mal wieder eine Bürstenreinigung". Geschliffene, gespachtelte und polierte Oberflächen seien weniger pflegebedürftig. Auch Schmiedel empfiehlt, Travertin grundsätzlich durch eine Imprägnierung zu schützen - dadurch werde die Aufnahme von Wasser, Schmutz, Öl und Fett stark verlangsamt.

Fliesen aus Travertin (Antikmarmor)
Die Imprägnierung hafte im Porengefüge an den Kapillarwänden, Farbe und Struktur des Natursteins würden sich nicht oder nur unwesentlich verändern. Der Reinigungsfachmann weist aber darauf hin, dass die Empfindlichkeit gegen saure Medien wie Essig, Wein und Sekt durch die Imprägnierung nur unwesentlich gemildert werde. Für die Reinigung des Natursteins empfiehlt er Natursteinseife und die gelegentliche Verwendung von Marmor- und Granitpolish eines Fachherstellers.
Travertin gehöre zu den Weichgesteinen ,,und leidet naturgemäß unter mechanischer Belastung der Oberfläche". Im Lauf der Zeit entstünden Kratzer, stumpfe Stellen und Laufstraßen. Wenn Säure mit dem Stein in Berührung komme, werde dieser ,,immer angegriffen". Bei poliertem Travertin werde das schneller sichtbar, weil die Politur diffus werde. Rustikal bearbeiteter Travertin ist diesbezüglich also weniger empfindlich. Das Beschriebene gelte für alle Kalksteine.
Leichte Gebrauchs- und Nutzungsspuren ließen sich durch Politurmittel mildern und abdecken. ,,Auch hier gilt, je dichter die Oberfläche, je widerstandsfähiger ist sie". Besitzer von Natursteinböden aus Travertin sollten entweder Prophylaxe betreiben oder ,,nutzungsbedingte Veränderungen der Oberfläche als natürlichen Alterungsprozess akzeptieren". Örtliches Schleifen und Polieren, auch teilweise, sei ebenfalls möglich.
Es gibt Spezialisten, die Travertin nicht nur pflegen, sondern auch sanieren. Die Regensburger Firma RSB-Steinbodensanierung stellt auf ihrer Internetseite das Feuchtschliff-Verfahren vor. Dieses ermögliche, Steinboden von matt bis hochglänzend zu bearbeiten und zu erhalten. Die abschließende Oberflächenveredelung (Polieren, Kristallisieren, Versiegeln, Imprägnieren) sorge für dauerhaften Schutz und optimale Pflegebedingungen. Ähnlich klingt das Angebot einer Schweizer Firma, die sich ebenfalls auf die Pflege von Travertin spezialisiert hat. Dort werden die Bodenfliesen nach einem bestimmten Verfahren angeschliffen und danach in mehreren Arbeitsgängen poliert.
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