Marmor - Polieren und Schleifen kann helfen

Marmor lässt sich polieren - eine Pflegemöglichkeit, die andere Natursteine so nicht haben.

Marmor lässt sich polieren - eine Pflegemöglichkeit, die andere Natursteine so nicht haben.

Mit zu den beliebtesten Fragen in der Netzwelt gehört, wie sich Flecken auf Marmoruntergründen wieder beseitigen lassen. Und schnell kommt dann zutage, dass es eine Fülle von Fachbetrieben gibt, die Marmor polieren und - notfalls auch schleifen - können. Marmor lässt sich auf diese Weise gut behandeln, weil der Naturstein - wie die Fachleute sagen - kristalline Struktur hat. Darunter wird die regelmäßige Anordnung der Moleküle, aus denen eine Substanz besteht, verstanden. Die Bedeutung des Worts Marmor wird ja auch über Umwege aus dem griechischen Begriff für “leuchten, schimmern” hergeleitet.

Marmor-Fliesen können nach vier bis sechs Jahren so genannte Laufstraßen ausbilden. Das heißt: Wie im Hof und auf der Straße zeichnen sich die Wege der Benutzer ab. Marmor sollte zweimal täglich trocken und einmal wöchentlich leicht feucht gereinigt werden - das führt zu zwei bis drei Jahren länger anhaltendem Glanz. In der Bauphase muss man aufpassen, keinen Dreck ins Haus zu tragen - sonst kommt es zu sehr ärgerlichen Schäden. Das Imprägnieren ist absolut empfehlenswert, wie bei allen Natursteinen.

Was passiert beim Polieren? Das Verfahren, informiert ein Augsburger Fachbetrieb, eignet sich für Hartgesteine (Granite oder Gneise). Dabei werde mit Polierpasten und Wachsen der Oberfläche “wieder zu altem Glanz verholfen”. Solche Polierpasten gibt es auch online zu kaufen. Im Unterschied dazu werde bei Kalksteinen wie Marmor, Terrazzo, Travertin und Betonwerksteinen durch die Reaktion mit einer säurehaltigen Lösung mit dem im jeweiligen Naturstein enthaltenen, kalkhaltigen Mineralien und durch so genanntes “Einmassieren” mit einer speziellen Maschine und Stahlwollkränzen eine Härtung der Oberfläche erreicht, indem mikrofeine Kristalle angereichert würden. Marmor polieren sollte man also am besten einem Fachbetrieb überlassen. Entsprechende Adressen finden sich leicht im Internet und Branchen-Telefonbüchern.

Das ist ein griechischer Marmor. Der sehr edle Bodenbelag kommt heute aus sehr vielen Ländern.

Das ist ein griechischer Marmor. Der sehr edle Bodenbelag kommt heute aus sehr vielen Ländern.

Wer einen Marmor-Fußboden wählt, sollte nicht nur wissen, dass er ein relativ hartes und sehr schönes Naturgestein wählt, sondern eines, das mit einer gewissen Vorsicht umsorgt werden muss. Das heißt nicht, dass man Marmor wie ein rohes Ei behandeln oder ständig polieren müsste. Aber man sollte, wie bei allen Kalksteinen, den Kontakt mit säurehaltigen Flüssigkeiten vermeiden. Im Netz kursiert eine sehr detaillierte Liste, was man tun kann, wenn doch einmal ein Malheur passiert - so sollen feste Stoffe mit einem Spachtel entfernt, Flüssigkeiten sofort mit saugfähigem Papier abgetupft werden. Hat man Zweifel, wie Reinigung oder Pflege am besten vonstatten gehen könnten, muss zunächst ein Test an einer verdeckten Stelle unternommen werden, um die Reaktion des Marmors auf ein Reinigungsmittel auszuprobieren. Was mechanisch entfernt werden kann, vereinfacht die Fleckenentfernung. Weiche Bürsten eignen sich mehr als harte.

Bei dieser Gelegenheit sei auch daran erinnert, dass zwei Steine vielfach miteinander verwechselt werden, die sich in deutlich voneinander unterscheiden. Antikmarmor, einer der beliebtesten Natursteine überhaupt, ist streng genommen kein Marmor, sondern Travertin, der auf spezielle Weise behandelt wurde: In einer Trommel werden die Platten künstlich gealtert. Marmor, der polierfähig ist, hat zwar die gleiche bzw. eine ähnliche chemische Zusammensetzung, ist aber bedeutend härter als Travertin. Beide gehören zu den Kalksteinen.


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