Steinplatten - haltbar und sinnvoll

Gepflasterte Straßen in der Freiburger Innenstadt, die weitgehend dem ÖPNV und Fußgängern vorbehalten ist.
Überall, wo große und kleine Orte etwas hermachen wollen, gibt es keinen Asphalt mehr, sondern wieder Pflaster. Steinplatten werden verwendet, wenn größere Flächen gestaltet werden sollen, Pflastersteine, wenn es etwas kleinteiliger aussehen darf. Der Vorteil: Gepflasterte Flächen sind haltbarer als asphaltierte, die allzu oft auch sehr unschön aussehen.
Doch seit wann werden Steinplatten hierzulande für die Gestaltung von Wegen verwendet? Dass schon die Römer Steinplatten aus Travertin als Werkstein nutzten, ist bekannt. Weniger geläufiger ist das Wissen der Baufachinformation, nachdem schon 1438 in Wien von mit hartem Stein gepflastertem Boden berichtet wird - Sandsteine, die unregelmäßig verlegt wurden. Die Einführung regelmäßigen Pflasters werde erst im 18. Jahrhundert als große Neuerung betont. Rechnungen (1424/1438) und spätere Darstellungen zeigten, dass dieses erste Pflaster noch mit Sand überstreut wurde. Gepflastert gewesen seien nicht nur große Straßen und Plätze, sondern auch Gässchen und Nebenstraßen.
Doch klären wir zunächst die Begriffe. Was ist eine Steinplatte? Im Natursteinhandel üblicherweise eine etwas dickerer - im Gegensatz zur höchstens 12 mm starken Fliese -, auf Maß geschnittener Werkstoff. Es sind rechteckige und vieleckige (polygonale) Platten üblich. Steinplatten werden für die Gestaltung von Wegen und Terrassen verwendet, sie sollten frostsicher sein und können große Lasten tragen.
Was ist ein Pflasterstein? Der Pflasterstein ähnelt in der Gestalt einem Würfel, ist also noch einmal stärker als eine Platte und in der Grundfläche kleiner. Sein Vorteil gegenüber der Steinplatte liegt in der größeren Haltbarkeit. Allerdings ist das Herstellen einer Fläche aus Pflastersteinen etwas mühsamer.
Dennoch: Vorteile einer gepflasterten gegenüber einer asphaltierten Fläche liegen auf der Hand. Beispiele, die man sich ansehen kann, gibt es in Hülle und Fülle. Heute kann man in Mecklenburg-Vorpommern kleine, katzenkopf-gepflasterte Landstraßen finden, die sichtlich Jahre auf dem Buckel haben aber schlicht unzerstörbar sind. Das gilt auch für Flächen aus Steinplatten: Sie benötigen nicht übermäßig viel Pflege, lassen sich sogar mit vergleichsweise wenig Aufwand reparieren, in dem einzelne Steinplatten einfach ausgetauscht werden.
Nicht nur bei den alten Römern war die Verwendung von Steinplatten üblich. Wer Gründerzeitviertel in der früheren DDR kennt, weiß bestimmt noch, dass zu DDR-Zeiten Fußwege dort mit länglichen, schweren Granitplatten gestaltet waren (Leipzig & Dresden, auch andere Städte). Wenn eine Steinplatte unterspült wurde oder schlecht verlegt war, konnte man leicht stolpern.
Heute werden Fußgängerzonen gern gepflastert - dabei kommen neben Steinplatten größeren Formats auch Pflastersteine zum Einsatz: Freiburgs Innenstadt, die weithin Fußgängern und dem ÖPNV vorbehalten ist, wurde fast nur gepflastert; auch der eigentlich autofreie Markt im nahen Waldkirch ist mit Pflastersteinen ausgelegt.
Welche Materialien sollte man bei Steinplatten bevorzugen? Das hängt vom Einsatzzweck ab. Natursteine haben den Vorteil, dass sie ihre Eignung für die Verwendung im Freien nicht erst nachweisen müssen. Vor allem sollte man sich auf harte Gesteine konzentrieren, die frostsicher sind - bei Kalkstein und Schiefer ist das nicht immer der Fall. Natürlich gibt es auch Steinplatten aus künstlichem Material - praktisch jedes Gestein lässt sich imitieren. Echt ist aber der Erfahrung nach schöner.
Eignen sich bestimmte Oberflächen besser als andere? Pauschal kann man sagen, dass Steinplatten am besten geeignet sind, die eine vergleichsweise rutschhemmende Oberfläche haben. Es gibt vereinzelte Natursteine, die mit Vorsicht zu genießen sind: Dazu gehören etwa der relativ wasserabweisende Basalt, der unter ungünstigen Umständen schon mal leicht rutschig sein kann.
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