Schöne Schieferplatten für zuhause
Schieferplatten haben etwas rätselhaftes. Fast ist man versucht zu sagen, dass man heute nicht wissen kann, wie sie morgen aussehen. Grund sind die Eigenheiten des Materials.
Beginnen wir beim Wort: ,,Schiefer" ist in manchen Gegenden heute noch gleichbedeutend mit ,,Splitter". Damit sind Schieferplatten schon gut beschrieben: Sie sind sehr gut spaltbar; das hängt mit ihrer physikalischen Struktur zusammen. Schiefer ist im Prinzip zusammengepresster, unter hohem Druck entstandener Tonschlamm. Die Struktur dieses Natursteins führt dazu, dass er sprichwörtlich gut spaltbar ist - es ist kaum eine andere Art der Verarbeitung notwendig. Das verschafft Schieferplatten zugleich eine recht gute Ökobilanz; im Zweifel wären sie sogar nach der Verlegung wieder verwertbar (etwa in gemahlener Form).
Wer sich ein wenig mit Natursteinen beschäftigt, lernt schnell, dass Schieferplatten auf jeden Fall dicker sind als Fliesen. Letztere werden in der Regel innerhalb von Räumen verlegt, Platten sind für stärkere Beanspruchungen im Freien vorgesehen. Es gibt Schieferplatten, die nicht kalibriert, also gleichmäßig dick sind. Wer sie verlegen will, braucht entsprechende Erfahrung, um die notwendige Neigung der Verlegefläche und die Ausgleichsmassen im Untergrund in den Griff zu bekommen.
Übrigens: Schieferplatten sind mitnichten ausschließlich dunkel. Wie bei anderen Natursteinen auch, führen die verschiedensten Mineralien zu teilweise sehr bunten Oberflächen - Lila, Gelb, Grün, Rot kommen vor.
Spannend bleibt die Frage, ob und inwiefern Schiefer für die Verlegung im Freien geeignet ist. Die Erfahrung zeigt, dass es portugiesischen Schiefer gibt, der auch Frosttemperaturen klaglos übersteht. Allerdings sollte man sich nicht nur auf Erfahrung verlassen, schließlich gibt es standardisierte Testverfahren, mit denen man die Frostsicherheit von Schieferplatten testen lassen kann. Wie das geht, weiß Ewald A. Hoppen, Vorsitzender des Schiefer-Fachverbandes in Deutschland e.V., dem nach eigenen Angaben marktführenden Verband der Deutschen Schieferindustrie, und Präsident des Europäischen Schieferverbandes ,,EUROSLATE". Sein Aufsatz ,,Schiefer - Natürlicher Baustoff für Kenner und Könner" gibt außerdem alle wichtigen Fakten zu Schiefer wieder.
Hoppen beschreibt die Phasen: Zunächst wird die Wasseraufnahme ermittelt. Dazu werden getrocknete und gewogene Proben 48 Stunden im Wasserbad der Wasseraufnahme ausgesetzt und anschließend bei 110 Grad Celsius getrocknet. ,,Beträgt die Wasseraufnahme des Schiefers mehr als 0,6 Gewichtsprozent, so muss ein 100-facher Frost-Tau-Wechsel durchgeführt werden". Dann folgt der eigentliche Frost-Tauwechsel-Test: Wassergetränkte Versuchsstücke werden 100 Mal abwechselnd -20 Grad für drei Stunden und +23 Grad für eine Stunde (in Wasser) ausgesetzt. Die Biegefestigkeit darf laut Hoppen nicht geringer sein als bei unbehandelten Vergleichsproben (Signifikanzniveau 2,5 Prozent). Standardisiert sind ebenfalls ein Temperaturwechsel- und ein Säure-Versuch.
Ob solche Versuche für privat genutzte Schieferplatten wirklich notwendig sind, mag dahingestellt sein. Schiefer war und ist in vielen Ländern ja auch ein Baumaterial, das auf zahllosen öffentlichen Baustellen eingesetzt wird. Da ist es nachvollziehbar, dass es belastbare Standards zu den Reaktionen von Schieferplatten gibt - schließlich sollen Schieferplatten möglichst mehr als nur ein Leben lang halten. Die Erfahrung lehrt, dass sie das auch tun.
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