Polygonalplatten
Polygonalplatten werden aus in der Natur vorkommenden Gesteinen gefertigt, so genannten Natursteinen. Die Gesteine sind vor langer Zeit durch natürliche Prozesse entstanden. Sie werden heute in Steinbrüchen als große Blöcke gewonnen und anschließend zu Platten weiterverarbeitet. Für die Verarbeitung wird deutlich weniger Energie aufgewendet als für die Herstellung von künstlichen Steinen notwendig ist. Die Verwendung von Polygonalplatten aus Naturstein ist somit ökologisch empfehlenswert.
Polygonalplatten sind in zahlreichen Farben erhältlich und werden individuell angefertigt. Sie besitzen die gute Haltbarkeit, die robusten, strapazierfähigen Oberflächen und das edel Aussehen derjenigen Gesteine, aus denen sie hergestellt werden. Die verwendeten Gesteine bestimmen auch die technischen Eigenschaften der Platten und die einsetzbaren Bearbeitungsmethoden.
Eine Hauptcharakteristik von Polygonalplatten sind die abwechslungsreichen, natürlichen Oberflächen, welche bei vielen Betrachtern harmonische Empfindung auslösen. Gerade durch diese Natürlichkeit heben sich Polygonalplatten aus Natursteinen von andern, künstlichen Produkten ab.
Polygonalplatten sind recht günstige in Baumärkten und bei Baustoffhändlern zu kaufen, aber beim Kauf muss darauf geachtet werden, dass es sich nicht um Bruchplatten handelt. Bruchplatten werden im Gegensatz zu Polygonalplatten häufig aus Restblöcken produziert, wodurch sie sehr günstig sind. Sie sind zufällig geformt und haben sehr unterschiedliche Größen. Auch bei Polygonalplatten handelt es sich um variabel gefertigte Platten, die aber gewissen Bestimmungen hinsichtlich ihrer Form unterworfen sind. Zudem wird nur hochwertiges Material für die Herstellung verwendet. Die Form von Polygonalplatten ist in der Regel fünf- oder sechseckig mit variablen Kantenlängen größer 25 cm. Die Plattengrößen bewegen sich üblicherweise zwischen 0,25 und 1 m2 bei Dicken von 2 bis 7 cm, bei Bedarf auch größer oder kleiner. Häufig werden die Plattengrößen nur in Stückzahl pro m2 angegeben, um auf die durchschnittliche Größe hinzuweisen.
Ist man auf der Suche nach qualitativ hochwertigen Polygonalplatten und nach besonderen Farben und Gesteinen, wird man aber nur im Naturstein-Fachhandel fündig.
Polygonalplatten sind besonders gut geeignet für die Gestaltung von Terrassen und Wegen im Garten und direkt am Haus, auch in Form von einzelnen Trittsteinen. Im Haus bieten sich dünne Polygonalplatten für rustikale Fliesen an. Bei der Auswahl der Platten sind vor allem technische Aspekte zu berücksichtigen, wie Frostbeständigkeit und Abriebsfestigkeit. Im Innenbereich sind optische Gründe die wesentliche Entscheidungsgrundlage. Egal wo man Polygonalplatten verbaut, das ungeordnete Verfugungsmuster verströmt ein typisch mediterranes Flair.
Bei Gartenwegen und im Eingangsbereich spielen vor allem die Größen der Polygonalplatten eine Rolle, da es gilt eine passende Wegform und -breite zu erzielen. Auf den Wegen empfiehlt es sich Platten mit rauen Oberflächen zu verlegen, damit bei Nässe keine Rutschgefahr besteht. Wenn tausalzempfindliche Natursteine verlegt sind, muss darauf geachtet werden, dass kein Salz gestreut wird. Alle frostbeständigen Natursteine können problemlos verlegt werden.
Sehr originell sind Gartenwege aus einzelnen Trittsteinen. Das sind einzelne polygonale Platten, die in Grassflächen oder anderen Gründen verlegt werden, so dass man gemütlich von einem zum nächsten Stein gehen kann. Wie bei Wegen ist hier Rutschfestigkeit und Frostbeständigkeit wichtig. Sehr gut geeignet sind gespaltene Platten, da sie sich optimal in die Umgebung einpassen können.
Terrassen müssen wie Wege mit frostbeständig Platten ausgelegt werden. Auch sollten die Platten eine raue Oberfläche aufweisen, um bei Nässe Rutschgefahr entgegen zu wirken. Ansonsten kann man Polygonalplatten seiner Wahl verlegen. Um ein stimmungsvolles Bild zu erhalten, sollte man je größere Platten verlegen desto größer die Terrasse ist.
Im Gegensatz zu Terrassen ist im Umfeld von Schwimmbecken und Swimmingpools die Verlegung von Platten aus ,,weichen", feinkörnigen Natursteinen mit einer ebenen Oberfläche besonders geeignet. Sehr angenehm sind zudem Steine, die ein warmes Oberflächengefühl vermitteln. Läuft man barfuss über diese Steine oder legt man sich zum Sonnen direkt auf die Steine, ist die Wärme des Steins richtig fühlbar.
Im Innenbereich sind die Gestaltungsmöglichkeiten mit Polygonalplatten grenzenlos. Vor allem wenn eine rustikale Optik erwünscht ist, sind Polygonalplatten ideal. Die Platten lassen sich nicht nur auf dem Boden verlegen, sondern machen sich auch sehr gut an der Wand. Während für die Verlegung am Boden glättere Oberflächen und schmale Fugen zu bevorzugen sind, überzeugen an der Wand auch natürlich gespaltene Platten mit relativ groben Fugen. Bei der Auswahl der Gesteinsarten gibt es keine Beschränkungen, hier spielt eigentlich nur das Aussehen eine Rolle.
Polygonalplatten werden aus allen bekannten Gesteinen gefertigt. Durch die Vielzahl an verwendeten Gesteinen weisen die Polygonalplatten eine große farbliche Bandbreite auf und haben unterschiedliche technische Eigenschaften. Auch hängen die möglichen Bearbeitungsmethoden der Platten vom verwendeten Gestein ab. Abhängig vom Gestein und der Art der Bearbeitung fühlen sich Plattenoberflächen unterschiedlich an. Die Oberflächen können rau oder glatt sein, sich warm oder auch kalt anfühlen.
Für Fragen zu möglichen Farben und zur Eignung einzelner Gesteine wenden sie sich bitte an unsere Telefonische Beratung.
Nachfolgend findet sich eine Kurzübersicht über alle bekannten Gesteine, die zu Polygonalplatten verarbeitet werden.
Die meisten Polygonalplatten werden aus Sandstein, Kalkstein und Granit gefertigt.
Sandsteine sind hart und abriebsfest. Sie sind fast immer frostbeständig, aber nur selten tausalzbeständig. Das Gestein ist sehr gut spaltbar, kann aber nur im Ausnahmefall poliert werden. Die Farben von Sandstein liegen vornehmlich im roten und braunen Bereich, bisweilen sind sie auch weißlich gelb oder grünlich. Bedingt durch die Erdfarben und die in der Regel natürlich rauen Oberflächen vermitteln Sandsteine das Gefühl eines warmen Steins.
Kalksteine gehören zu den weicheren Gesteinen. Sie haben eine geringe Abriebsfestigkeit und reagieren sehr empfindlich auf Säuren; der Stein kann durch Säuren leicht angelöst werden. Ähnlich wie Sandstein lassen sich Kalksteine sehr gut spalten, aber nur schlecht polieren. Kalksteine kommen in sehr viele Farben vor; überwiegend sind sie hell, grau bis graugelb. Von der Ausstrahlung ist Kalkstein ähnlich warm wie Sandstein.
Granit ist ein sehr hartes, robustes Gestein, was auch bei starker Beanspruchung abriebsfest ist. Das Gestein nimmt kaum Wasser auf und überzeugt durch seine Frost- und Tausalzbeständigkeit. Granitoberflächen lassen sich auf vielfältige Weise bearbeiten und sind auch bei großer Nässe rutschfest. In der Regel ist Granit hell- bis dunkelgrau, kann aber auch rote und braune Farben aufweisen. Vom Gefühl her ist Granit ein eher kalter Stein.
Edle Polygonalplatten werden aus Quarzit hergestellt. Dieses Gestein ist deutlich seltener und hat sehr gute Eigenschaften.
Quarzit ist das härteste im Natursteinhandel erhältliche Gestein. Es ist sehr abriebsfest und unempfindlich gegen Frost und Schmutz. Auf Grund seiner hohen Härte wird Quarzit fast ausschließlich gesägt; nur wenige Quarzite lassen sich auch spalten. Quarzit ist gewöhnlich weiß bis grau, kann aber auch rötlich, gelblich und sogar Blau sein. Die Oberfläche von Quarzit fühlt sich wie bei anderen Hartgesteinen sehr kühl an.
Vor allem von regionaler Bedeutung ist der Einsatz von Gneis und Schiefer.
Gneis ist von den Farben und von den technischen Eigenschaften vergleichbar mit Granit, kann aber wegen seiner anderen Bildung auch gespalten werden. Gneis ist sehr hart, abriebsfest und frostunempfindlich. Farblich dominieren wie bei Granit Grautöne, aber auch rötliche und bräunliche Farben treten auf. Beim Anfassen fühlt sich das Gestein ähnlich kühl an wie Granit. Auf Grund der großen Ähnlichkeit wird Gneis gerne als Granitersatz eingesetzt.
Schiefer ist ein sehr weiches Gestein, dennoch ist es relativ abriebsfest. Das Gestein ist frostresistent und nimmt kaum Wasser oder Schmutz auf. Schiefer wird bevorzugt gespalten, aber das Gestein kann auf Wunsch auch weiterbearbeitet werden. Schiefer sind in der Regel dunkelgrau bis schwarz, können aber grünliche und rötliche Farbstiche haben. Die Oberflächen fühlen sich wärmer an als bei den Hartgesteinen, aber nicht so warm wie die von Sandstein.
Gesteine, die eher selten zu Polygonalplatten verarbeitet werden, sind Basalt und Travertin. Sie sind recht selten und haben spezielle Eigenschaften.
Basalt gehört zu den härtesten Gesteinen. Er ist sehr abriebsfest und gleichzeitig frostbeständig. Basalt wird wegen seiner Härte nur maschinell bearbeitet, dennoch lassen sich die Oberflächen des Gesteins mit nahezu allen Methoden der Oberflächenbearbeitung veredeln. Das Gestein ist sehr dicht und fühlt sich wie Granit kühl an. Farblich dominieren bei Basalt dunkelgraue bis schwarze Farben, was sichtbare Verschmutzungen auf dem Stein erschwert.
Travertin gehört zu den Kalkgesteinen und hat deswegen ähnliche Eigenschaften wie Kalkstein. Anders als Kalkstein verfügt Travertin über eine ausgeprägte Porosität, welche sich aber nicht nachteilig auf die Frostbeständigkeit auswirkt. Auch ist Travertin im Gegensatz zu Kalkstein nicht spaltbar. Die Farben von Travertin sind hell gelb bis braun. Von der Ausstrahlung ist Travertin ähnlich warm wie Kalkstein.
Für die Fertigung von Polygonalplatten sind mehrere Arbeitsschritte notwendig. Zuerst werden im Steinbruch große Rohblöcke gewonnen, die vor Ort dann in kleinere Blöcke zersägt oder gespalten werden. Liegt das Gestein dann als Block mit passendem Querschnitt vor, werden aus dem Block die Platten gesägt oder gespalten; die Außenkanten der Platten werden dabei durch den Block vorgegeben. Handelt es sich um einen Quaderförmigen Block, müssen die erzeugten Platten in einem anschließenden Arbeitsgang noch auf Form gebracht werden, d.h. die Ecken werden per Hand abgeschlagen oder abgesägt, so dass polygonale Platten entstehen. In einem abschließenden Arbeitsschritt werden die Oberflächen und die Kanten der Platten je nach Kundenwunsch veredelt. Durch die Veredelung entsteht das eigentliche Aussehen der Platten und Eigenschaften wie Rutschfestigkeit und Oberflächengefühl werden dadurch beeinflusst.
Auf der Baustelle müssen die vorgefertigten Polygonalplatten dann in das entstehende Muster eingepasst werden. Dazu werden die einzelnen Platten individuell gesägt oder handbekantet, bis sie in die ihnen zugedachte Position im Muster passen. Diese Arbeit ist sehr aufwendig, aber das Endbild entschädigt den großen Aufwand deutlich.
Abhängig von der Gesteinsart und der Herstellung der Platten können die Oberflächen der Polygonalplatten vielförmig veredelt werden. Sehr beliebte Bearbeitungsarten sind spalten, flammen und stocken. Zu beachten ist, dass nicht jeder Naturstein mit allen Bearbeitungsarten angeboten werden kann. Hartgesteine wie Granit und Basalt können geflammt und gestockt werden, aber nicht gespalten. Weichere Gesteine wie Sandstein und Kalkstein werden hingegen gerne spaltrau verlegt, sie lassen sich aber nicht flammen und stocken.
Gespaltene Oberflächen sind die einfachste und bei Polygonalplatten am häufigsten angewendete Bearbeitungsart. Bei dieser Bearbeitung werden spaltbare Natursteine mit großen Flachmeißeln entlang ihrer Spaltrichtung auf Dicke gespalten. Je nach Kundenwunsch kann die Oberflächenstruktur im Anschluss noch abgerundet werden, z.B. indem die Fläche sandgestrahlt wird.
Gestockte Platten werden immer zuerst gesägt. Die gesägten Oberflächen werden anschließend mit spitzen Meißeln maschinell oder per Hand bearbeitet. Dabei platzen Teile der Oberfläche ab und es entsteht eine sehr raue Struktur. Dieser Prozess kann sehr grob geraten oder auch sehr fein ausgeführt werden (Feinstocken).
Sehr spitze Oberflächen entstehen beim Flammen. Beim Flammen wird die Oberfläche der Platten mit einer sehr heißen Flamme bestrahlt. Durch die Einwirkung der Flamme platzen einzelne Mineralkörner ab, während andere Körner auf der Oberfläche verbleiben. Es entsteht eine gebirgige Landschaft auf der Platte. Geflammte Oberflächen können nachträglich noch gebürstet werden. Beim Bürsten werden die Spitzen der Minerale abgerundet, wodurch die Oberfläche stumpfer wird.
Bei der Wahl der Bearbeitungsmethode ist darauf achtet, dass sich durch die Aufrauung der Oberfläche der Farbeindruck ändern kann. Meistens geht eine Abschwächung der Farbintensität mit der Aufrauung der Oberfläche einher; glättere Oberflächen haben intensivere Farben.
Bei Polygonalplatten ist die Kantenbearbeitung nicht ganz so entscheidend für das Erscheinungsbild wie bei genormten Platten, dennoch kann die Wirkung auf einer Fläche je nach Bearbeitung sehr unterschiedlich ausfallen. Wenn die Fläche nur sehr schmale Fugenbreiten erhalten soll, müssen die Kanten gesägt werden; nur gesägte Platten können passend zueinander verlegt werden. Sollen die Kanten ein natürliches Aussehen haben, bieten sich handbekantete oder gebrochene Platten an. Durch die unregelmäßige Bearbeitung fallen die Fugen hier um einiges breiter aus, da die Platten nicht exakt aneinander gelegt werden können.
Polygonalplatten bedürfen kaum Pflege, doch kann es vorkommen, dass sich nach mehreren Jahren, speziell in feucht-schattigen Ecken, Moose und Flechten auf den Steine bilden. Um die Pflanzen zu entfernen, reicht in der Regel der Einsatz eines Hochdruckreinigers. Bei weicheren Natursteinen sollte die Oberfläche der Platten vor dem Reinigen mit einer Kunststoffbürste vorbehandelt werden, damit sich die Pflanzen besser ablösen. Bei weichen, spaltbaren Gesteinen sollte zudem der Strahl des Hochdruckreinigers von einer größeren Entfernung auf den Stein abgegeben werden, da sich sonst eventuell Schichten von den Platten ablösen können.
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