Granit-Treppen
Treppen aus Granit sind robuste und langlebige Bestandteile eines jeden Gebäudes und jeder Gartenanlage. Granit-Treppen können in individuellen Größen und Formen angefertigt werden und sind in verschiedenen Farben erhältlich. Granit-Treppen lassen sich auch gut mit anderen Natursteinen und anderen Baustoffen kombinieren.
Treppen aus Granit sind überall dort sinnvoll, wo robuste und strapazierfähige Oberflächen notwendig sind. Vor allem in repräsentativen und viel belaufenen Gebäuden (Museen, Universitäten, etc.) und öffentlichen Parkanlagen werden Treppenanlagen ganz bewusst aus Granit erbaut. Granit ist sehr abriebsfest, ist leicht zu pflegen und hat trotzdem ein hochwertiges Aussehen.
Auch im privaten Haushalt überzeugen Granit-Treppen, speziell im Eingangsbereich oder als Treppenhaus in Mehrfamilienhäusern. Auch die Außentreppe in den Keller oder die Blockstufen im Garten lassen sich hervorragend mit Granit-Treppen gestalten. Granit wird auch mit großen Verschmutzungen fertig. Das Gestein ist nicht nur sehr hart, sondern auch chemisch sehr beständig. Wegen seiner geringen Porosität ist Granit einfach zu reinigen und bietet Mirkoorganismen keinen Rückzugsraum; Granit bleibt dadurch keimfrei.
Abhängig vom Platzangebot gibt es verschiedene Treppendesigns, die eingesetzt werden können. Sehr Platzsparende Treppen sind Wendeltreppen und Spindeltreppen. Beide Treppentypen winden sich schraubenförmig um eine zentrale Säule oder Stützpfeiler oder um ein zentrales Treppenauge. Die bebaute Grundfläche ist dabei unabhängig von der Gesamthöhe der Treppe. Anders ist es bei geraden, repräsentativen Treppen im Innen- und Außenbereich (Freitreppe). Bei diesen Treppentypen, die vor allem in alten Bauwerken zu finden sind, wird ganz bewusst die komplette Treppe einsehbar gemacht, damit hinauf oder herab schreitende Personen sofort erkannt werden.
Während im Außenbereich Treppen meist auf ein durchgehendes Fundament gelegt werden, verwendet man im Innenbereich Gewicht- und Raumsparende Unterkonstruktionen. Die Unterkonstruktionen müssen dabei ihr Eigengewicht, das Gewicht der Treppenstufen und alle Auflast ohne Probleme tragen können und den resultierenden Druck zum Boden oder zur nächsten Wand ableiten. Es gibt hauptsächlich zwei Typen von Unterkonstruktionen, die zudem in mehreren abgewandelten Formen existieren. Bei Wangentreppen werden die Treppenstufen ähnlich wie Regalbretter beidseitig in vertikale Seitenbegrenzungen (Wangen genannt) eingelassen oder eingeschoben. Wangen sind durchgehende Träger aus mehreren Zentimetern dicken Material (Stahlbeton, Stein, Holz), die die gesamte Stütz- und Traglast an den Boden abführen. Nach einem anderen Konstruktionsprinzip werden aufgesattelte Treppen konstruiert. Hierbei liegen die Trittstufen auf ein, zwei oder mehr Tragholmen, die die Auflast ableiten. Die einzelnen Tragholme sind mehrere Zentimeter breit und werden zumeist sägezahnartig ausgeschnitten. Die Treppenstufen liegen waagrecht auf den einzelnen ,,Zähne" auf.
Nicht nur bei Form und Konstruktion der Treppen gibt es unterschiedliche Optionen sondern auch beim Materialeinsatz bei den Stufen. Die Stufen können vollständig aus dem Baustoff bestehen oder nur der Belag. Im Außenbereich werden fast ausschließlich Vollstufen (Blockstufen) verwendet. Das hat seinen Grund in der Verschleißfähigkeit und in der Beständigkeit gegenüber der Witterung, speziell gegen Frost. Jede Fuge und Klebstelle ist ein Angriffpunkt für Witterung und mechanische Belastungen.
Im Innenbereich kommen Vollstufen in Form von freitragenden Treppen zum Einsatz. Diese Stufenart unterliegt gesetzlichen Rahmenbedingungen; das deutsche Recht z.B. schreibt vor, dass zum Schutz vor Durchbruch in Vollstufen eine Armierung eingearbeitet werden muss. Häufig werden Treppenstufen im Innenbereich nur mit Platten aus dem Baustoff verkleidet. Die vertikalen Flächen werden mit so genannten Stellstufen belegt, die horizontalen mit Trittstufen. Die Trittstufen haben in der Regel eine Dicke von 3 oder mehr Zentimeter, für die Stellstufen reichen 2 cm.
In den letzten Jahren ist ein Trend hin zur Verlegung von alten Granitstufen erkennbar. Alte Granitstufen werden aus historischen Gebäuden und Parklandschaften ausgebaut und andernorts wieder eingebaut. Die antiken, leicht ausgetretenen Stufen werden ,,recycelt" und für teures Geld wieder verkauft.
Bei der Bearbeitung der Stufenoberflächen gilt es im öffentlichen Bereich einige Richtlinien einzuhalten. Die Stufen müssen über eine vorgegebene Rutschfestigkeit verfügen, d.h. polierte Oberflächen sind für den öffentlichen Bereich nicht zulässig. Je nach Umfeld können Stufen mit geschliffenen oder aufgerauten Oberflächen verlegt werden. Im Außenbereich werden nur raue Oberflächen verwendet, da durch Nässe und Schnee die Oberfläche schnell rutschig werden kann.
Zu beachten ist auch die Kantenbearbeitung der Treppenstufen. Die Vorderkanten aller Laufflächen sollten abgerundet oder gefast sein, um die Verletzungsgefahr zu verringern und keine Stolperkanten zu bieten.
In Sachen Größe und Dicke gibt es insbesondere bei Blockstufen aus Granit kaum Grenzen. Bei Tritt- und Stellstufen ist bei ca. 2 m Schluss, größere Platten sind mechanisch und vom Gewicht her nur schwer handhabbar. Mechanisch sind aber alle Formate denkbar, die vom Gewicht her verarbeitbar sind.
Treppenstufen aus Granit sind kostengünstige und mechanisch sehr hochwertige Produkte. Granittreppenstufen, die in Deutschland verkauft werden, kommen häufig aus Fernostasien, da dort auch individuelle Anfragen sehr preiswert produziert werden können. Zudem kommen die relativ niedrigen Preise durch die weite Verbreitung des Gesteins; Granit ist eines der häufigsten Gesteine der Welt.
Die guten technischen Eigenschaften der Treppenstufen haben ihre Ursache im verwendeten Gestein, dem Granit. Granit ist ein hartes und bruchfestes Gestein, das sehr widerstandsfähig gegen äußere Einflüsse wie Frost oder saure Substanzen ist. Granite sind mittel- bis grobkörnig und haben eine gleichmäßige Kornverteilung. Sie sind in der Regel graufarben, bisweilen auch rot oder braun gefärbt.
Detaillierte Informationen zu Granit finden sich unter dem Beitrag zu Granit.
Treppenstufen werden auch aus anderen Natursteinen hergestellt. Basalt , Gneis und Quarzit zum Beispiel überzeugen durch ähnliche technische Eigenschaften wie Granit, haben aber teilweise sehr unterschiedliche Farben. Quarzit ist sogar noch härter als Granit und hat eine bessere Widerstandsfähigkeit gegenüber Einfluss von Außen. Im Außenbereich werden gerne auch Treppen aus Sandstein , Kalkstein und Schiefer verlegt. Diese Natursteine sind teilweise deutlich weicher und weniger abriebsfest. Auf Kalkstein und Sandstein setzt sich zudem häufig Moos an. Die Gesteine punkten aber durch ihr warmes Aussehen und durch ihr angenehmes Laufgefühl. Wie Gneis werden diese Gesteine gerne bruch- und spaltrau verlegt.
Granittreppenstufen haben gegenüber Treppen aus Holz und Metall den Vorteil, dass sie bei Belastung nicht nachschwingen. Zu beachten ist, dass Granit wie Holz ein Naturprodukt ist. Wer gleichförmige Oberflächen mit einheitlichen Farben sucht, ist deshalb bei Granit und anderen Natursteinen falsch. Gerade die ungleichmäßigen Oberflächen machen den Reiz von Granit und anderen Naturprodukten aus. Der natürliche Charakter löst beim Betrachter eine harmonische und wohltuende Empfindung aus.
Granit wird nicht nur zu Treppenstufen und Blockstufen verarbeitet. Gerne werden aus Granit auch Platten und Granit-Fliesen hergestellt. Auch Massivobjekte und andere Applikationen sind denkbar.
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