Gehwegplatten: Harte Steine für gutes Gehen

Unpolierter Granit oder ähnliche Materialien kommen am ehesten für Gehwegplatten infrage.

“Plopp, plopp, plopp!” Das Gehämmer der Pflasterer weht durch die Sommerluft. In einem kleinen Ort in Südbaden wird nach der aufwändigen Sanierung einer Straße am Schluss der Bürgersteig neu gepflastert: mit Betonsteinen. Welches Material ist sonst noch geeignet?

Gehwegplatten müssen alle Jahreszeiten klaglos über sich ergehen lassen. Tausalz im Winter darf ihnen nichts anhaben, Regenwasser muss abfließen können und darf keine Pfützen bilden. Die Oberfläche sollte rutschhemmend sein, damit niemand hinfällt und sich Verletzungen zuzieht. Die Gehwege sollen einfach zu reinigen sein. Nicht zuletzt müssen Gehwegplatten lange halten.

Unter den üblichen Natursteinen erfüllt eigentlich nur Granit die entsprechenden Voraussetzungen. Quarzit würde für eine größere Fläche zu teuer, ist aber in der Resistenz Granit durchaus ähnlich. Basalt hat eine vergleichbare Härte, kann aber leicht rutschig werden - scheidet also eigentlich aus. Kalksteine (zu denen auch Travertin gehört) und Sandstein sind nicht tausalzbeständig, manche Kalksteine halten auch keinen Frost aus, ähnlich wie Schiefer, der ebenfalls ungeeignet ist. Auch die Empfindlichkeiten gegen Säuren bei Kalksteinen erschwert ihre Eignung für Gehwegplatten. Fliesen sollte man überhaupt nicht verwenden, sie sind für die hohen Gewichtsbelastungen eines Gehwegs grundsätzlich nicht geeignet (schließlich muss eine solche Fläche notfalls auch mal ein schweres Auto aushalten).

Um herauszubekommen, ob ein Material für Gehwegplatten taugt, muss man standardisierte Verfahren anwenden, die - was Frostsicherheit angeht - in der DIN-Norm 12371 aufgeschrieben sind. Platten aus Naturstein für Außenbereiche sind in der DIN EN 1341 erläutert. Wer wissen will, wie ein Pflasterstein beschaffen ist, muss sich mit der DIN EN 1342 auseinandersetzen. DIN EN 1343 schließlich beschreibt die Beschaffenheit von Bordsteinen. Hinter den Normen steht das Deutsche Institut für Normung e.V. in Berlin, kostenlos sind sie - im Gegensatz zu anderen Quellen, etwa Gesetzestexten - nicht im Internet zu haben.

Granit gehört, wenn man dem Standardwerk “Die Entwicklungsgeschichte der Erde” glauben kann, gemeinsam mit Basalt von den in der Erdkruste vorkommenden Magmatiten zu den häufigsten Gesteinen überhaupt. Sehr vereinfacht ausgedrückt, handelt es sich bei Magmatiten um Gesteine, die sich aus dem flüssigen Erdinneren, dem Magma, entwickelt haben (für ein genaueres Verständnis wäre ein tieferer Einstieg in die Geologie notwendig; nicht alle Fragen in Zusammenhang mit der Entstehung des Granits scheinen geklärt zu sein). Dass das Wort Granit etwas mit der lateinischen Übersetzung von Korn (“granum”) zu tun hat, weiß man auch als Sprachunkundiger. Granit gilt als Naturstein, der sich auf ideale Weise bearbeiten lässt und sich gegenüber Umwelteinflüssen recht unbeeindruckt zeigt. Gehwegplatten aus Granit sind also ein perfekter Baustoff.

Sie sollten, wenn ein Gehweg entsteht, mindestens auf 2,50 Meter Breite verlegt werden. Diese und andere interessante Informationen sind der Website der Kampagne “für mich. für dich. fürs klima.” von Verbraucherzentralen und Verbraucherverbänden zu entnehmen. Sie zeigt auch, wie wichtig Gehwegplatten von guter Qualität sind: 94 Millionen Kilometer legen die Deutschen täglich zu Fuß zurück. Dies entspreche 245 Mal der Strecke von der Erde zum Mond. Das ist gemessen am Auto nur ein Bruchteil: 2,5 Milliarden Kilometer fahren die Deutschen am Tag mit dem fahrbaren Untersatz. Nachhaltig wären mehr Fußwege auf jeden Fall: Würden die Deutschen doppelt so viel zu Fuß gehen, ließen sich 1,5 Mio. Tonnen Kohlendioxid-Emissionen einsparen.

Über die Frage, welcher Untergrund für die menschlichen Füße am gesündesten ist, liest man durchaus unterschiedliche Ansichten. Im Winter 2010 konnte man jedenfalls selbst in größeren Städten ab und zu feststellen, dass auch sorgfältig verlegte Gehwegplatten nichts nutzen, wenn sie nicht schnee- und eisfrei gehalten werden.


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