Schwarzer Schiefer - nicht nur schön
Wer sich mit der Welt der Natursteine intensiver beschäftigt, stellt nicht nur immer wieder fest, wie attraktiv und gepflegt Wohnräume wirken, die mit Natursteinen ausgestattet sind, sondern dass Natursteine auch auf besondere Weise Botschafter unserer Erdgeschichte sind. Das trifft in auf schwarzen Schiefer, der auch einfach als Schwarzschiefer bezeichnet wird, zu.
Natürlich ist die Frage, welcher Boden- oder Terrassenbelag als attraktiv empfunden wird, letztlich eine des persönlichen Geschmacks. Aber wer schon einmal Gelegenheit hatte, Häuser zu besichtigen, die mit schwarzem Schiefer ausgelegt sind, ist von der Schönheit des Materials durchaus hingerissen. Zwar mag Mut dazugehören, eine so kräftige Farbe einzusetzen, und allzu dunkel darf ein solcher Raum wohl auch nicht sein, aber die Meinung, man könne sich an einem solchen Belag nicht satt sehen, ist häufiger zu hören. Das ist auch auf die Tatsache zurückzuführen, dass keine Schieferfliese der anderen gleicht - ganz egal, ob es sich um schwarzen oder bunten Schiefer handelt. Für Platten gilt das genau so.
Beim schwarzen Schiefer gilt die Tatsache, dass Naturstein etwas über die Geschichte unserer Erde zu erzählen hat, in besonderer Weise. So wurde im Oktober 2009 bekannt, dass das Auftreten von schwarzem Schiefer so genannte Todeszonen während der Kreidezeit markiere. Österreichische Wissenschaftler fanden heraus, dass schwarzer Schiefer ein Hinweis auf Sauerstoffarmut sei. Auf www.pro-journal.de ist zu lesen, dass vor 65 bis 100 Millionen Jahren durch eine enorme Überdüngung der Meere und daraus folgender Planktonblüten giftiger Schwefelwasserstoff freigesetzt worden sei. Lebensnotwendiger Sauerstoff konnte nicht mehr in die Tiefen des Meeres vordringen “und ein massives Aussterben mariner Lebewesen (Oceanic Anoxic Events) war die Folge”. Somit sei der Treibhauseffekt kein neues Phänomen, sein Auftreten führe “immer zu entscheidenden globalen Veränderungen” in der Pflanzen- und Tierwelt. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass roter Schiefer, der seine Farbe oxidiertem Eisen verdankt, immer dann entstanden ist, wenn sich die Verhältnisse wieder normalisierten. Der weltweite Vergleich von Daten habe ergeben, dass schwarzer Schiefer und Rotablagerungen “global gleichzeitig und mehrmals gebildet wurden”. Das Bilden der Todeszonen muss einem Umkippen gleichgekommen sein, die Normalisierung dagegen ging nur sehr langsam vonstatten.
Auch die chemische Zusammensetzung von schwarzem Schiefer ist eine Erklärung für sein Entstehen: Geologische Fachliteratur spricht von einem sulfidreichen Sediment (also einem schwefelhaltigen Ablagerungsgestein) mit fünf bis 15% organischem Kohlenstoff. Oft, ist weiter zu erfahren, sind seltene Metalle enthalten, etwa Kupfer, auch Alaunschiefer (mit Schwefeleisen versetzt) ist bekannt.
Das alles hat freilich wenig mit der Alltagstauglichkeit von schwarzem Schiefer zu tun. Stellt man sich darauf ein, dass Schiefer nach dem Verlegen weiter “lebt”, wird man auf Dauer Freude an ihm haben. Soll heißen: Es ist normal, dass von einer Schieferfliese oder einer Platte mal ein Stück abspringt (“Schieferung”). Das hat nichts mit mangelnder Qualität zu tun. Kratzspuren können ebenfalls vorkommen - sie verlieren sich allerdings nach einiger Zeit wieder. Unnachahmlich sind die individuellen Spuren und Linien, die sich durch den schwarzen Schiefer ziehen.
Zum Thema:
- Naturstein Quarzit: Wenn Sie es schön wollen, eine gute Wahl
- Travertin Bodenplatten: der Renner
- Schiefer-Fliesen richtig pflegen
- Fliesen aus Schiefer
- Travertin oder Marmor – das ist hier die Frage
- Wie entsteht der Preis von Naturstein?
- Alta Quarzit - Der kein Sandstein ist
- Schieferoptik bei Fliesen wandelt sich stetig







