Kalkstein: Viele Namen für diesen Naturstein
Es ist ein vielseitiger und wertvoller Naturstein. Weil er eine große Bedeutung für Mensch und Tier hat, ist der Naturstein Kalkstein vom Berufsverband der Geowissenschaftler (BDG) zum Gestein des Jahres 2010 ausgerufen worden. Hauptbestandteil des Natursteins ist Calciumcarbonat (Calcit). Vielfach, so der BDG, ist aber auch das magnesiumhaltige Dolomit im Kalkstein enthalten.
Die Entstehungsgeschichte des Kalksteins ist schnell erzählt: Lebewesen haben eine wichtige Rolle gespielt. Skelette abgestorbener Korallen haben sich verfestigt - so ist der Naturstein Kalkstein entstanden. Der BDG erinnert etwa an das mehrere tausend Kilometer lange Great-Barrier-Reef vor der australischen Küste; auch viele Hunderte von Millionen Jahre alte Reste von Riffgürteln sind noch heute in Deutschland zu finden. Viele Landschaften seien durch solche Riffkalke geprägt; etwa das Rheinische Schiefergebirge und die ostthüringer Zechsteine. Kalksteine sind aber nicht nur biologischen Ursprungs - die größten Kalksteinvorkommen seien auf dem Grund von Ozeanen entstanden: Dort haben sich kalkhaltige Algenreste, Muscheln, Schnecken und Seeigel in mächtigen Ablagerungsschichten gesammelt und wurden durch hohen Druck in Gesteine umgewandelt.
Geologen unterscheiden fünf Arten von Kalksteinen:
- dichter Kalkstein: reichlich Fossilreste
- poröser Kalkstein: Kalksinter, Süßwasserkalk, der an Quellen oder aus fließenden Gewässern ausgefällt wird; Travertin, Kalktuff, Sinter
- Oolithischer Kalk, “Eierstein”, Kalk wird an winzigen Keimen, z.B. Sandkörnern, abgelagert
- Kristalliner Kalk: Marmor
Interessant ist, dass jeder Einwohner der Bundesrepublik in seinem Leben hohe Mengen Kalk verbraucht. Der BDG rechnet mit 100 Tonnen in 70 Lebensjahren. Hintergrund dürfte sein, dass Kalkstein als Baurohstoff genutzt und zu Zement und Branntkalk weiter verarbeitet wird. Auch für die Stahl- und Eisenindustrie ist ungebrannter Kalk notwendig, genauso als Dünger.
Auch für berühmte Bauten wurde Kalkstein verwendet:
- der Kaiserdom in Königslutter
- der Dom in Halberstadt,
- das Pergamonmuseum in Berlin und
viele Dorfkirchen in Mittel- und Süddeutschland werden vom BDG genannt. Werner Pälchen, BDG-Geowissenschaftler, ergänzt überdies, wenn man berücksichtige, “dass poröse Kalksteine als geologischer Speicher für Erdöl und Erdgas fungieren können und die vielfältigen Karstphänomne in den Kalksteinfolgen interessante und attraktive Tropfsteinhöhlen geschaffen haben, lässt der Kalkstein wohl keine Wünsche offen“.
Kalkstein wird durchaus auch für Fußböden und Terrassen genutzt. Allerdings sollte man beachten, dass alle Kalksteine empfindlich auf Säure reagieren. Trotzdem sind sie für den alltäglichen Einsatz ohne weiteres geeignet.
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