Granit ist nicht gleich Granit

Die Farbe ist nicht ganz weiß und auch nicht gelb - aber auf jeden Fall edel. Hüfthohe Steine fassen ein Gartenbeet ein, sie sind gerade geschnitten und wirken sauber verarbeitet; dazwischen sind einzelne Blöcke angeordnet, die etwa Brusthöhe erreichen und durch umlaufende Stahlrohre miteinander verbunden sind. Alles wirkt ausgereift, überlegt und von anständiger, sprich: haltbarer Qualität.

Das Material, aus dem die Mauersteine gefertigt sind, ist Granit. Der Stein ist so populär wie vertraut, seine Haltbarkeit ist sprichwörtlich: ,,auf Granit beißen" ist eine längst eine Redewendung für unüberwindbaren Widerstand geworden. Wer sie erstmals verwendet hat, war bislang nicht zu ergründen.

Die Suchmaschine Graniteland findet allein 27 verschiedene Sorten des Gesteins. Die bei jonastone erhältlichen Natursteine aus Granit, aus denen auch die Mauerelemente entstanden sind, kommen aus China.

Brunnen in Waldkirch, der mit Granit eingefasst wurde

Brunnen in Waldkirch, der mit Granit eingefasst wurde

Georg Blank von Graniteland sagt zu den Reisewegen des Materials ähnliches: Die meisten Granite werden aus Indien und China importiert. ,,Das ist kein Qualitätskriterium", fügt er hinzu. Blank nennt außerdem Italien, Spanien und Portugal, Brasilien, Südafrika, Norwegen, Finnland und ,,mit weitem, weitem Abstand" die USA und Kanada als Herkunftsländer des Natursteins. In manchen der genannten Länder würden auch Granite aus Indien und China verarbeitet.

Granite werden laut Blank für Fassaden, Böden, in Küchen und Bädern eingesetzt. Auch Grabsteine entstünden aus dem Naturstein. Der Fachmann empfiehlt, Fachbetriebe für die Verarbeitung hinzuzuziehen: Es seien wassergekühlte Sägen für die Bearbeitung des Natursteins notwendig.

Aber: Nicht alles, was Granit heißt, ist auch Granit. Blank zufolge ist etwa so genannter schwarzer Granit ein Stein, der genau genommen anders genannt werden müsste. In Europa dürfe er für den Außenbereich nicht eingesetzt werden. Zwar ist nach Blanks Worten eine gewisse Vereinfachung in der Namensgebung vertretbar, der Experte weist aber darauf hin, dass bei Einsatzzwecken, die eine Statikberechnung erforderten, schon klar sein müsse, um welchen Stein es sich genau handele.

Exakt hinsehen sollte man auch, ob der Wunschstein nicht vielleicht Quarzkomposit sei. Dieser besteht nur zu einem gewissen Prozentsatz aus Naturstein-Material und ist ,,weiß Gott nicht" (Blank) billiger als Granit. Vorteil dieses Materials ist laut Blank, dass es ,,nahezu Null" Wasser aufnehme; allerdings sei ab 100 Grad Celsius Hitzeeinwirkung eine Deformierung feststellbar. An Fassaden dürfe Quarzkomposit nicht verarbeitet werden. In Deutschland spiele das Material auch keine so starke Rolle. Blank erwähnt ,,teilweise unschöne Methoden" bei der Propagierung dieses Baustoffs. Bei weiteren Recherchen stellt sich außerdem heraus, dass auch Verbundmaterialien auf dem Markt sind, ,,Naturstein light" genannt. Das Prinzip: Granitplatten werden mit Keramik, Aluminium oder Kunststoff verstärkt.

Wie soll man Naturstein aus Granit verarbeiten? Georg Blank vertritt die Ansicht, dass der Naturstein Granit nicht im Mörtelbett verlegt werden soll. Nachvollziehbar ist seine Aussage, dass nicht getrockneter Mörtel, wenn der Granit darüber versiegelt wird, zu Schwierigkeiten führen kann. Neuester Stand sei, dass man kalibrierte Platten bei großen Böden auf Estrich kleben solle. Blank erwähnt als einen Grund den Einsatz von Reinigungsmaschinen, die als Kettenfahrzeuge konstruiert sind. Drehe man diese auf der Stelle, entstünden Scherkräfte, ,,die kein Mörtelbett aushält".

Platten aus Granit

Platten aus Granit

Der Name des Natursteins Granit erklärt sich einfach: ,,Granum" ist das lateinische Wort für ,,Korn". So ist, nach Auskunft des Netzportals wohnen.de, die Oberflächenstruktur des Steins relativ gleichmäßig, körnig ,,und weist eine deutlich sichtbare kristalline Musterung auf". Die Farben gingen von Grau über Grün bis zu Gelb oder Rot. Der Stein werde oft in Hochglanzpolierung angeboten, weil sie die Struktur am besten zur Geltung bringe. Daneben sei aber auch geflammter, gesägter oder geschliffener Granit zu haben. Günstig klingt, dass das Gestein als unempfindlich gegen Flecken, Ätzendes, Verblassen oder Flammen gilt. ,,Bestimmte Granitsorten", heißt es weiter, ,,sollten vor dem Polieren oder Wachsen versiegelt werden". Das Portal wissen.de steuert bei, dass Granit aus Quarz, Feldspat und Glimmer besteht. Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass die ,,Erdkruste der Kontinente weithin von Granit dominiert" werde, wie Wolfhard Wimmenauer in seinem Beitrag ,,Der Granit - 200 Jahre nach Goethe" schreibt. Benjamin Konopatzki von der Leibniz-Universität Hannover bestätigt das. Granite, fügt Wimmenauer hinzu, seien immer als Extrakte aus älteren Gesteinen oder als deren Umwandlungsprodukte anzusehen.


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