Gneis
Gneis sieht dem Granit sehr ähnlich. Auf dem ersten Blick lassen sich die beiden Gesteine für den Laien nicht unterscheiden. Die Unterscheidung kann nur bei gut sichtbarer Textur oder mit geologischen Methoden erfolgen. Seine Ähnlichkeit mit Granit erkennt man auch darin, dass Gneis im Natursteinhandel häufig als Granit angeboten wird. Da die mechanischen Eigenschaften ähnlich sind, kann Gneis fast überall verwendet werden wo auch Granit verwendet wird.
Gneis ist ein sehr alter Baustoff. Vor allem in Regionen mit verbreitet Gneisgestein wird Gneis schon lange für den Wege- und Häuserbau verwendet. Gneis ist auch ideal für den Mauerbau. Teilweise werden auch Dächer mit dünnen Gneisplatten belegt.
Auch heute wird Gneis vorwiegend im Außenbereich eingesetzt, fast immer im bruchrauen Zustand. Rauer, grob bearbeiteter Gneis verpasst jeder Applikation ein uriges Aussehen.
Bodenbelag in allen Formen ist die Hauptanwendung von Gneis. Gerne wird das Gestein als Pflaster eingesetzt, auch auf öffentlichen Straßen. Seine Robustheit gewährt Gneis auch bei starker Beanspruchung eine lange Lebenszeit. Fußwege im öffentlichen und im privaten Umfeld lassen sich optimal mit Gneis gestalten. Vor allem Polygonalplatten überzeugen in dieser Anwendung, indem sie dem Weg ein natürlich unruhiges Erscheinungsbild bescheren. Für eine nüchterne Umgebung bieten sich geschnittene Bodenplatten oder Fliesen an. Sie haben eine grundsolide Ausstrahlung und lassen sich im bearbeiteten Zustand sehr leicht pflegen. Um Höhenunterschiede zu überbrücken bieten sich Blockstufen und Treppen aus Gneis an. Egal ob natürlich rau für den Außenbereich oder glatt geschliffen Gneis ist überall einsetzbar.
Eine weitere Hauptanwendung von Gneis ist der Bau von Mauern und die Fassadenverkleidung. Ob Trockenmauern aus großen oder kleinen Steinblöcken oder fein verputzte Mauern und Fassaden aus dicken Platten oder kleinen Mauersteinen Gneis verleiht jedem Bauwerk und jedem Garten sein typischen Aussehen. Auch im Innenbereich sehen Böden und Mauern aus Gneis authentisch aus. Sie verleihen dem Gebäude ein alpines Ambiente. Durch seine Unempfindlichkeit empfiehlt sich Gneis auch für hochfrequentierte Bereiche.
Im Innenbereich bietet sich Gneis als Granitersatz an. Seine Härte und seine chemische Unempfindlichkeit empfiehlt Gneis für den Einbau als Küchen- und Arbeitsplatte. Ein Einsatz als Verblendung von Treppen und anderen Objekten oder als Wandfliese ist auch denkbar. Mit Einschränkungen kann Gneis auch im Nassbereich, z.B. in Duschen, eingesetzt werden. Hier ist aber eine Nachfrage beim Händler notwendig, da einige Sorten Wasser aufnehmen und sich mit der Zeit verfärben können.
Sonderanwendungen in Form von Schwimmbadumrandungen sind auch denkbar.
Gneis überzeugt durch seine Robustheit. Das Gestein ist sehr hart und abriebsfest und lässt sich problemlos auch in hochfrequentierten Bereichen verbauen. Es ist säureresistent und kann durch im Haushalt übliche saure Substanzen (Fruchtsäfte, Haushaltsreiniger) nicht beschädigt werden. Im Nassbereich muss darauf geachtete werden, das manche Sorten Wasser aufnehmen können und dadurch Flecken bilden. In der Regel verlieren sich die Flecken aber wieder mit der Zeit. Gneis ist frostsicher und unterliegt keinen Einschränkungen für den Außenbereich.
Gneis ist ein mittel- bis grobkörniges Gestein, dass oft eine gut sichtbare Einregelung zeigt. Die Einregelung ist im Unterschied zu Schiefer deutlich grobschiefriger. Es wechseln sich helle Lagen aus grobkörnigen Quarz und Feldspat mit dunklen Lagen aus feinkörnigen Glimmer ab. Dadurch erhält der Stein im Anschliff eine lebendige Oberfläche, die aber nicht so chaotisch ist wie die Textur von Granit.
Farblich dominieren bei den Gneisen Grautöne. Oft treten aber auch rötliche und bräunliche Farben auf, seltener auch grünliche. Vor allem die Gneise aus dem alpinen Raum erinnern in ihren Farben häufig an Rost. Die Rottöne entstehen aber nicht durch Rosten, sondern sind bedingt durch natürlich im Gestein enthaltene Minerale (Glimmer).
Durch seine Einregelung kann Gneis gut zu Platten gespalten werden, aber nicht zu so feinen wie Schiefer. Für Trockenmauern verwendet man den Stein auch gerne als große, unbearbeitete Blöcke. Dazwischen lassen sich alle denkbaren Größen und Formen herstellen.
Überwiegend lässt man die Oberfläche von Gneis spaltrau, um den Charakter des Steins zu fördern. Raue Steine sorgen für eine rutschfeste Oberfläche und verleihen dem Gestein eine rustikale Note.
Generell sind beim Gneis alle Arten der Oberflächenbearbeitung denkbar; Stocken, Flammen, Schleifen und Polieren sind die Üblichsten. Gneis hat im polierten Zustand einen matten Glanz. Ähnlich vielfältig wie die Oberflächen lassen sich die Kanten bearbeiten. Gneisfliesen und Bodenplatten werden mit gesägten, abgerundeten und gefasten Kanten angeboten. Fasen bedeutet, dass die Kante in einem 45° Winkel zur Oberfläche abgeschnitten wird. Bodenplatten, insbesondere Polygonalplatten, werden auch mit bruchrauen Kanten angeboten. Bei Mauer- und Pflastersteinen ist auch Bossieren üblich. Beim Bossieren werden die Kanten in einem flachen Winkel abgeschlagen, so dass der Stein eine bauchige Oberfläche erhält.
Gneis ist ein weltweit verbreitetes Gestein und findet sich vor allem in den alten Kernen der Kontinente. In Deutschland gibt es Gneis z.B. im Erzgebirge, im Fichtelgebirge und im Schwarzwald. Weit verbreitet sind Gneise in Skandinavien und in den Zentralalpen.
Es gibt eine Vielzahl von Gneissorten im Handel. Als Beispiel seien hier nur einige bekanntere aufgeführt.
Aus der Schweiz stammt der Andeer Gneis. Er ist grau bis grünlich und grobkörnig.
Serrizzo Antigorio, auch Sarizzo genannt, wird in Italien abgebaut. Der Gneis ist grobkörnig, dunkelgrau-schwarz und sehr kontrastreich.
In Brasilien werden verschiedene Gneise gewonnen, die alle mit Hauptnamen Juparana bezeichnet werden. Je nach Gneis ist das Gestein mittel- bis grobkörnig. Alle haben rötliche oder bräunliche Farben.
Kashmir (kashmere) White stammt aus Indien und ist ein feinkörniger, hellgrauer bis weißer Gneis, der bräunliche Einschlüsse aus Granat hat.
Gneis gehört wie Schiefer zu den metamorphen Gesteinen (Umwandlungsgesteine), aber er bildet sich tief in der Erdkruste bei deutlich höheren Druck- und Temperatur-Bedingungen. Meist entstehen Gneise im Zuge von Gebirgsbildungen, wenn Gesteine tief in die Erdkruste versenkt werden und dort entsprechende Temperaturen und Druck erfahren. Im Laufe der Erdgeschichte werden diese Gebirge dann wieder abgetragen und die tief versenkten Gneise kommen wieder an die Oberfläche.
Im Gegensatz zu dem schwächer metamorphen Glimmerschiefer enthält Gneis mindestens 20% Feldspat und ist meist deutlich grobkörniger und grobschiefriger. Ähnlich wie Granit besteht Gneis hauptsächlich aus den Mineralen Feldspat, Quarz und Glimmer. Gneis kann aber noch viele weitere Minerale in kleinen Mengen enthalten, die die Chemie und die Farbe teilweise stark beeinflussen.
In der Geologie unterscheidet man Gneis auf zwei verschiedene Arten. Einerseits erfolgt eine Einteilung darüber was für Minerale im Gneis enthalten sind. Anderseits unterscheidet man Gneis auf Grund seines Ursprungsgesteins, aus dem sich das Gestein gebildet hat. Orthogneise haben als Vorläufer Granite oder Granitähnliche Gesteine; Paragneise hingegen entstehen aus Sedimenten (Ablagerungsgesteine). Insbesondere der Übergang von Granit zu Orthogneis ist sehr fließend, was auch die ähnlichen Eigenschaften erklärt. Abhängig vom Ausgangsgestein und den äußeren Bildungsbedingungen können seltene Minerale entstehen, die dem Gestein bunte Farbtupfer verleihen. Sie finden sich dann als Namenszusatz im Namen des Gneises wieder.
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