Beliebte Spezialbehandlung: getrommelter Travertin

Auch wenn der Name musikalisch klingt: ein getrommelter Stein hat nichts mit Musik zu tun.

Auch wenn der Name musikalisch klingt: ein getrommelter Stein hat nichts mit Musik zu tun.

Das Instrumentarium eines Schlagzeugers ist, was seine Instrumente wie verschiedenste Becken, Trommeln, Pauken und zahllose Rasseln angeht, immens. Was bedeutet der Begriff “trommeln” bei Travertin? Sind hier Steinbearbeiter mit Paukenschlegeln und Schlagzeugbesen auf den Naturstein losgegangen? Das wäre eine etwas bizarre Vorstellung.

Richtig ist, dass eine aus dem Steinbruch gewonnene Travertin-Platte zusammen mit Gesteinsbruchstücken in eine große Trommel gelegt wird. Die Maschine dreht sich, die Bruchstücke “trommeln” auf den Travertin ein und verändern ihn dabei. Der Travertin bekommt eine künstlich gealterte Oberfläche, auch die Kanten werden leicht abgerundet - wie man an unserem Bild sehr gut erkennen kann. Die so bearbeitete Oberfläche gehört zu den beliebtesten im Natursteinhandel - allerdings ist der vielfach gebräuchliche Name Antikmarmor etwas missverständlich, weil es sich nicht um Marmor handelt. Das Trommeln ist Teil der Natursteinbearbeitung, wie sie noch im Steinbruch bzw. der dazugehörigen Fabrik erledigt wird.

Dieses Foto zeigt, wie Trommeln bei Natursteinen funktioniert.

Dieses Foto zeigt, wie Trommeln bei Natursteinen funktioniert.

Welche Oberflächen gibt es über die Getrommelten hinaus? Die Vielfalt der ist groß. Am häufigsten werden Travertin Oberflächen jedoch poliert, geschliffen, geätzt oder gebürstet.
Bei Travertin wird vor allem zwischen gefüllten und ungefüllten Sorten - zu denen der getrommelte gehört – unterschieden. Gefüllter Travertin wird vor allem innerhalb von Gebäuden verlegt, hier wird die Fugenmasse über die natürlichen Poren des Travertins gezogen. Gefüllter Travertin kann natürlich auch schon ab Werk so behandelt sein. Die natürlichen Löcher im Travertin sind dann schon bei Anlieferung zum Kunde bündig mit der Fliesenoberfläche verschlossen.

Travertin, den es in vielen Ländern auf der ganzen Erde gibt, gehört zur Gruppe der Kalksteine. Fachleute bezeichnen ihn als Ausfällgestein: Weil sich die Löslichkeit von Kalk im Wasser verändert hat, bleibt der Travertin (chemisch ist er nichts anderes) zurück. In Fachbüchern kann man darüber hinaus lesen, die Poren könnten Gaseinschlüsse oder ausgelaugte Einlagerungen von Ton sein.

Travertin gibt es in Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, der Slowakei, der Ukraine, Ungarn, Italien, Kroatien, Rumänien und auf der Grenze zu Asien, in der Türkei. Travertin wird auch im Iran gewonnen, ebenso in Argentinien und Peru.

Völlig abwegig ist die Assoziation mit der Musik bei getrommeltem Travertin also nicht: Dieser Naturstein gehört zu den international bekanntesten, ihn so universell zu nennen, wie viele  die Welt der Musik empfinden, ist keine Übertreibung.


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