Gelber Sandstein: Schön und edel
Wer glaubt, Sandstein sei nur in der klassischen, gelblichen Farbe zu haben, irrt gewaltig. Schon, wer sich die bekannteren Kunstdenkmäler in Deutschland vergegenwärtigt, findet sehr unterschiedliche Schattierungen, die von dunklerem Rot bis zu helleren Tönen gehen. Welche Farbe für den heimischen Fußboden oder die Terrasse am besten passt, ist eher dem persönlichen Geschmack überlassen. In Sachen Alltagstauglichkeit braucht sich Sandstein nicht zu verstecken. Pauschal lässt sich sagen: Je mehr Quarzit als Bindemittel im jeweiligen Sandstein enthalten ist, um so härter ist der Sandstein. Und: Wer sich für die rein mechanisch entstandene ,,easy to clean"-Oberfläche entscheidet, wird einen besonders alltagstauglichen Sandstein - ob in gelb oder in einer anderen Farbe - sein eigen nennen. Auch bei Sandstein schließlich gilt der Hinweis, dass das Imprägnieren der Flächen schlechte Überraschungen wenigstens abmildert - es kann auch alle fünf Jahre wiederholt werden. Feuchte Räume, also Badezimmer, sollten aber eher nicht mit Sandstein ausgestattet werden. Im Freien muss man damit rechnen, dass Sandstein an sonnenarmen Plätzen schnell Moos ansetzen kann, wenn es dort feucht ist.
Wer nun verstehen möchte, woher die gelbe Farbe des Schweinstahler Sandsteins Gelb Gemasert stammt - er ist gut für die Verwendung im Freien geeignet - muss sich ein wenig mit Geologie beschäftigen. Die Färbung hängt meist von eisenhaltigen Mineralien ab, die im Sandstein enthalten sein können. Gelblich bis braun wird der Sandstein, wenn Limonit enthalten ist. Grünliche Färbung ist auf Silikate zurückzuführen (die Rede ist in diesem Zusammenhang von zweiwertig gebundenem Eisen, das in Chlorit oder Glaukonit gebunden ist). Roter Sandstein verdankt seine Farbe dem Hämatit (Roteisenstein). Sandstein mit so genannten Tongallus-Einschlüssen eignet sich für die Verwendung im Freien nicht wirklich: Sie frieren im Winter aus, das Material bröselt und kann mit einem Schraubenzieher herausgekratzt werden. Das ist, kein Zweifel, schon ziemlich speziell - man kann Sandstein auch einfach schön finden.
Gewiss wird, wer Sandstein als Fliesen-Material näher in Erwägung zieht, sich auch die Frage stellen, ob speziell beim Verlegen im Freien nicht ähnlich wie bei den eingangs erwähnten Kulturdenkmälern durch Luftverschmutzung verursachte Schäden zu erwarten sind. Hierauf gibt es zwei Antworten: Vergleichsweise harte Sandsteine, die wenig Wasser aufnehmen, sind verwitterungsbeständig und chemisch resistent. Bei weniger festen Sandsteinen, denen großes Porenvolumen attestiert wird, gilt - je nach Sorte - eine bisweilen eingeschränkte Verwendbarkeit. Die zweite Antwort ist allgemeiner und soll nicht nach einer billigen Entschuldigung klingen: Ausnahmslos alle Baustoffe zeigen Reaktionen auf ihre Umwelt. Holz, Ziegel, Beton, synthetische Materialien verwittern genauso wie Naturstein auf Umwelteinflüsse reagiert.
Sandstein gibt es übrigens nicht nur auf allen möglichen anderen Kontinenten, sondern vor allem auch in Deutschland. Klassisch gelblich und in Sachsen sehr populär ist der Elbsandstein, der zahllose Bauten im Regierungsbezirk Dresden geprägt hat (und auch weiter verwendet wird). Auch im badischen Sinsheim wird Sandstein in großen Blöcken aus dem Steinbruch geholt.
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