Buntschiefer: Warum ist er bunt?

Buntschiefer: Fliesen aus Buntschiefer sind ein besonderer Blickfang

Buntschiefer: Fliesen aus Buntschiefer sind ein besonderer Blickfang

Die Wohnung des jonastone-Kunden in einem kleinen Ort unweit von Bregenz war eine große Überraschung. Nahezu alle Räume waren mit Buntschiefer ausgelegt. Die exzellent ausgeführten Arbeiten wussten auf Anhieb zu bestechen. Nicht nur, weil der sehr ungewöhnliche Boden hervorragend zu dem Neubau passte, sondern weil der Buntschiefer vom Typ Peacock ausgezeichnet mit dem sehr modernen, geschmackvoll ausgesuchten Mobiliar des Wohnungsinhabers harmonierte.

Ist Schiefer, zumal bunter, nicht ein eher ungewöhnliches Material für Bodenfliesen? Wird und wurde das Material nicht eher zum Dachdecken und in manchen Gegenden für die Verkleidung von Fassaden genutzt? Schiefer assoziieren ältere Menschen sicher auch noch mit den Zeiten, als sie auf kleinen Täfelchen mit Kreide lesen und schreiben lernten.
Wer sich ein bisschen näher mit Materialien beschäftigt, die sich für Böden eignen, wird bald feststellen, dass sich Schiefer durchzusetzen beginnt. Völlig ungefragt berichten sowohl Kunden, die einfarbigen, als auch solche, die Buntschiefer erworben haben, von anhaltend begeisterten Reaktionen unter Bekannten und Freunden. Buntschiefer mag als Materialwahl auf den ersten Blick exotisch sein, aber die Schönheit des einmal verlegten Natursteins lässt schnell alle Zweifel verstummen.

Doch warum ist Buntschiefer eigentlich bunt? Woher kommen die Schattierungen, die in gelbe, grünliche, violette und rote Farbtöne hineingehen, überhaupt? Für die Beantwortung dieser Frage ist es zweckmäßig, sich für einen kurzen Moment Fachleuten zuwenden. Geologe Franz Tessensohn erläutert die Färbung des Schiefers so: Rote und grüne Farben haben mit oxydiertem bzw. nicht oxydiertem Eisen zu tun. Buntschiefer mit gelblicher Färbung verdankt dies verwittertem Eisen. So genannter Blauschiefer, der laut Tessensohn eigentlich nur bläulich zu nennen wäre, ist ein Hochdruckgestein, das unter niedrigen Temperaturen und hohem Druck entstanden ist. Schwarzfärbungen seien auf Mangan zurückzuführen. Grünschiefer ist unter geringem Duck und in geringer Tiefe entstanden, das Grün hängt mit enthaltenem Chlorit zusammen. Violette Farbe schließlich hat mit vulkanischer Entstehung zu tun - Hämatit (Eisen, wenig Wasser) ist hier enthalten.

Buntschiefer: Peacock-Fliesen im Wohnraum eines jonastone-Kunden

Buntschiefer: Peacock-Fliesen im Wohnraum eines jonastone-Kunden

Wem das zu speziell ist, der kann sich der Frage widmen, wie es um die Alltagstauglichkeit des Buntschiefers bestellt ist. Wie bei allen Gesteinen seiner Herkunft hat auch der Buntschiefer die Eigenart, dass er weiterlebt: Zu den schon bestehenden Riefen, Rissen und Spuren können, wenn der Boden einmal verlegt ist, auch neue hinzukommen. Wenn man ein wenig aufpasst, etwa Dreck von der Baustelle des Neubaus nicht achtlos ins Haus trägt, kann man viele solcher ,,Lebensspuren" im Buntschiefer gut vermeiden. Natürlich und zum ,,Wesen" des Natursteins gehört auch, dass es kleine Abplatzungen (Schieferungen) gibt - sie sagen nichts über die Qualität eines Buntschiefers aus. Außerdem ,,laufen" sich solche Spuren um Lauf der Zeit auch wieder heraus. Völlig natürlich ist auch die farbliche Variation: Vielfach wandeln sich Chargen eines Natursteins aus einem Steinbruch im Lauf des Abbaus.

Wie bei anderen Natursteinen ist auch bei Buntschiefer die Imprägnierung der einmal verlegten Böden empfehlenswert. Damit wird das Material zwar nicht unempfindlich gegen äußere Einflüsse, ist aber unter Umständen leichter zu reinigen. Hin und wieder einen Besen in die Hand zu nehmen und den mit Buntschiefer versehenen Raum zu kehren, dürfte auch nicht schaden.

Zuletzt: Die Frage, ob sich Buntschiefer auch im Freien verlegen lässt, sollte mit gewisser Vorsicht behandelt werden. Die aus Brasilien, häufig auch aus Indien stammenden Buntschiefer sollte man sicherheitshalber nur dort verlegen, wo es nicht friert.


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