Brasilianischer Schiefer “Grey Slate”

"Leichtes Understatement". Diese Assoziation möchte einem bei diesem Material noch am ehesten kommen. Es handelt sich um brasilianischen Schiefer.
Eine kleine Netzrecherche bringt es schnell an den Tag: Der Begriff “grey slate” ist erstmals für das Jahr 1807 bezeugt. Das zumindest verkündet ein Wörterbuch der Farben aus dem Jahr 1930. Offenkundig ist dieser Name eines Steins - “grey slate” heißt nichts anderes als “grauer Schiefer” - ein weiteres Beispiel für einen Steinnamen, der Eingang in unsere mehr oder minder alltägliche Sprache gefunden hat (ähnlich, wie es bei Sandstein und Travertin der Fall ist). Bleiben wir noch einen Moment bei dem Handelsnamen dieses brasilianischen Schiefers: Es gibt eine Band gleichen Namens, wie es scheint, handelt auch ein Autokonzern mit Pkws, die in diesem Farbton gespritzt sind. Übrigens führt eine Farbenliste unter “wikipedia” fast 28 ähnliche Farbtöne auf.
Brasilianischer Schiefer soll - im Gegensatz zu italienischem Material - einen höheren Anteil an Quarzit haben, was ihn härter und unempfindlicher macht. Entstanden ist Schiefer durch Millionen Jahre abgelagertes, toniges Material - die Umwandlung unter Druck und Wärme führte zu Schiefer.
Es gibt eine ganze Reihe sehr populärer, brasilianischer Schiefer.
- Ardosia Cinza: dunkle Wirkung, in verschiedenen Oberflächen erhältlich.
- Mustang ist dunkelgrau bis schwarz.
- Papagaois Green oder Multicolor: grüner Farbton (Chlorit) bzw. dunkelgrau, braune und rötliche Sekundärfarben (Eisenoxid). Papagaois Green wird auch unter dem Namen Jaddish gehandelt.
- Ardosia Preta-Graffitte: schwarze, fast lila wirkende Oberfläche.
- Grey Slate: graue Wirkung, leichte Grünanteile.
- Ardosia Graffitte Rustica: ebenfalls sehr dunkle, schwarze Wirkung.
- Papagaois Purple: violetter Grundton (Eisenoxid).
- Ardosia Perrugrem: dunkel, Schattierungen bis in braune Töne.
- Ardosia Verde: grün, fast blauer Schiefer.
Die Farben der verschiedenen Schiefer lassen sich in der Regel bestimmten Mineralien oder Elementen zuordnen:
- schwarz: Kohlenstoff
- rot & braun: Eisenoxyd (Hämatit), Eisenhydroxyd (Limonit)
- grün: Chlorid, Phengit
Wissenschaftler unterscheiden übrigens zwei Schiefertypen. Typ 1 gilt als sehr feinkörnig mit extrem dünner Schichtung - Ursache seien der rasche Wechsel der Ablagerungsbedingungen, so Fachleute. Typ 2 verfügt über so genannte Trennflächen in einem tonigen Gestein, die meistens durch erhöhte Temperatur- und Druckverhältnisse begleitet sind. Dabei entstünden Minerale, die dem metamorphen (umwandelnden) Bereich zuzuordnen seien. Brasilien kenne eine sehr große Anzahl verschiedener Schieferarten, darunter auch Sorten, die in Wirklichkeit aus vulkanischer Asche bestehen - also nicht etwas mit der sonst von Schiefer gewohnten Umwandlung von Tonen zu tun hat.
Gemeinsam haben alle Schiefer, dass sie leicht spaltbar - also sehr gut zu verarbeiten - sind. Schiefer wird schon lange nicht mehr nur als Dach- oder Fassadenstein, sondern längst auch im Inneren von Gebäuden eingesetzt. Frostbeständigkeit wird bei Schiefer übrigens erst nach bestimmten Testreihen attestiert: Im Freien sollte man also härtere Natursteine (Quarzit, Granit) einsetzen, die wesentlich unempfindlicher sind. Schieferfreunde loben die Individualität der Platten und Fliesen: das Material lebt gleichsam weiter, auch nach dem Verlegen kann es zu kleineren Abplatzungen (“Schieferungen”) kommen, auch Riefen und Linien ziehen sich durch die Fliesen. Vernünftig ist, vor allem während der Bauphase darauf zu achten, dass kein Sand oder Dreck auf frisch verlegten, brasilianischen Schiefer getragen wird - der kann Spuren hinterlassen, die sich aber auch wieder herauslaufen.
Zuletzt: “Grey slate” gibt es übrigens nicht nur aus Brasilien, sondern der Name wird auch für Natursteine aus anderen Ländern verwendet. jonastone bezieht ihn aber aus Südamerika.
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