Schiefer Multicolour: Vielfarbiges Kunstwerk als Boden
Man muss die Werbetrommel, wenn es um bunten Schiefer geht, wirklich nicht rühren. Manche, die sich diesen Schiefer bestellen, sind allerdings im ersten Moment irritiert: So vielfarbig - etwas anderes heißt der Zusatz multicolour ja nicht – haben sie sich das Material nun wirklich nicht vorgestellt. Doch ist die Arbeit des Verlegens, für die Erfahrung nützlich ist, erst einmal geschafft, ist die Schönheit von Schiefer Multicolour schlicht bestechend.
Doch es empfiehlt sich, beim Schiefereinkaufen genau hinzusehen. Nicht immer werden die Materialien eindeutig bezeichnet. Für Schiefer existieren unzählige, manchmal verwirrende Namen. Ursprünglich ist es sogar ein Oberbegriff für alle gut spaltbaren Gesteine gewesen - wieso, werden wir noch sehen. Abgesehen davon kommt der Begriff ,,Multicolor" auch bei Gesteinen vor, die nicht zu den Schiefern gezählt werden können, etwa Multicolor Red, einem Migmatit.
Schiefer Multicolour findet man nicht nur mit dem an den indischen Nationalvogel erinnernden Namen Peacock Schiefer. Es gibt auch Rajah Multicolour, ein rötliches bis braunes Material, das offenkundig sehr beliebt ist - Internet-Suchmaschinen haben sehr viele entsprechende Einträge zu bieten. Das Wort Rajah, auch Raja geschrieben, ist der hinduistische Ausdruck für einen Herrscher, außerdem heißt ein indischer Bundesstaat Rajasthan.
Multicolour Schiefer ist ein gutes Beispiel für die Individualität von Natursteinen. Das äußert sich auch in seiner Reaktion auf Umwelteinflüsse. Ein wenig Aufmerksamkeit schützt vor unangenehmen Überraschungen: So empfiehlt es sich, beim Verlegen auf Sauberkeit zu achten. Bei neu errichteten Häusern werden die Außenanlagen oft zuletzt fertiggestellt - in der Eile bringt man leicht Baustellenschmutz auf die frisch verlegten Schieferfliesen. Das beantwortet Multicolour Schiefer mit sichtbaren Spuren - die sich allerdings im Lauf der Zeit wieder herauslaufen können. Schiefer lebt also weiter. Das bedeutet: Es können sich, im Lauf der Zeit, kleinere Stücken (,,Schieferungen") aus dem Material herauslösen - das ist keinerlei Ausdruck schlechter Qualität, im Gegenteil. Wenn man ein bisschen tiefer in die Wörterbücher schaut, stellt man fest, dass Schiefer eigentlich nichts anderes als Splitter bedeutet - in manchen Dialekten ist Schiefer als Wort für diese Bedeutung bis heute üblich.
Wirklich Klarheit ist in Sachen Multicolour Schiefer nicht zu erhalten - es gibt einfach zu viele, unterschiedliche Sorten und Namen. Schiefer Multicolour Riven (Riven = gespalten) hat einen gelblichen und grauen Hintergrund-Ton, Farben und Formen können variieren. Er ist nach Herstellerangaben sogar für den Außenbereich geeignet. Unübersichtlichkeit herrscht auch bei den Herkunftsländern: Brazilian Multicolour verrät seine Herkunft schon im Namen (Brasilien). Peacock und Peacock Blue kommen aus Indien. Multicolour Slate dagegen stammt aus Ägypten.
Welcher Buntschiefer ist der beste? Diese Frage kann man nicht erschöpfend beantworten. Es hängt stark von der geplanten Nutzung ab. Empfehlenswert sind mit Sicherheit relativ helle, großzügige Räume; schließlich ist der Grundfarbton von Schiefer - selbst, wenn er farbig schillern mag - immer eher dunkel. Dass sich auch für Schiefer eine Imprägnierung empfiehlt, versteht sich von selbst - nach jonastone-Erfahrung ist Schiefer allerdings nicht frostsicher.
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