Naturstein-Fliesen

Wer die eigene Wohnung oder die Firma mit Naturstein-Fliesen ausstattet, umgibt sich mit Zeugnissen einer lang andauernden Geschichte. Was in Steinbrüchen aus großen Blöcken gewonnen wird, ist nicht nur gewachsenen Ursprungs, sondern auch mit begrenztem Energieaufwand weiter verarbeitet worden. Naturstein-Fliesen sind einzigartig, häufig unterscheiden sich schon einzelne Stücke voneinander. Das wird besonders geschätzt.

Schiefer-Fliesen Grey-Slate: Anthrazitfarben, moderne Wirkung, rustikale Ausstrahlung.

Naturstein-Fliese Grey-Slate: Anthrazitfarben, moderne Wirkung, rustikale Ausstrahlung.

Die Vielfalt möglicher Farben und Formen ist groß. Auch die Oberflächen können sehr unterschiedlich bearbeitet sein. Naturstein-Fliesen gibt es in Baumärkten und bei Baustoffhändlern schon zu sehr attraktiven Preisen. Wer außergewöhnliche Farben und Steine sucht, sollte sich aber im Fachhandel umsehen.

Naturstein-Fliesen sind quadratisch oder rechteckig mit üblicherweise 300 bis 600 mm Kantenlänge. Sie sind bis zu 12 Millimeter stark. Außerhalb von Gebäuden werden Naturstein-Fliesen nicht eingesetzt, weil die Belastungen höher sind - hier stehen Naturstein-Platten zur Verfügung, die mehr als zwei Zentimeter stark sind.

Wohn- und Büroräume werden mit Fußböden aus Naturstein-Fliesen sichtlich aufgewertet. Auch mit Naturstein-Fliesen verkleidete Wände sind ein ausgesprochener Blickfang. In feuchter Umgebung können einige Naturstein-Fliesen nur eingesetzt werden, wenn sie vorbehandelt worden sind. Es lohnt sich, Informationen über die Wesenszüge der eigenen Naturstein-Fliesen einzuholen - dann wird man lange Freude an ihnen haben.

Für Hauseingänge und Flure empfehlen sich Materialien, für die starke Belastung unproblematisch ist. Es gibt schmutzresistente und abriebfeste Naturstein-Fliesen, die dafür gut infrage kommen. Vor allem Granit, Basalt, Gneis und Schiefer werden hier häufig verwendet.

Fliesen aus Travertin - verlegt im römischen Verband

In Küche und Bad müssen die Naturstein-Fliesen sehr einfach zu reinigen sein. Besonders geeignet sind dichte Steine, die kaum Wasser aufnehmen und eine glatte Oberfläche haben. Zu nennen sind  Basalt, Gneis, Granit und Quarzit. Mit einer Imprägnierung versehen können auch Kalkstein, Travertin, Sandstein und Schiefer ohne Bedenken eingesetzt werden.

In Wohn- und Büroräumen gibt es keinerlei Einschränkungen. In Kombination mit Fußbodenheizungen werden gern leicht poröse Naturstein-Fliesen verlegt, die Wärme besser speichern und gleichmäßig abgeben können. Vor allem Sandstein, Kalkstein und Travertin überzeugen.

Praktisch alle Natursteine sind für die Herstellung von Naturstein-Fliesen geeignet. Nicht nur die Farbvielfalt ist groß, auch die Eigenschaften verschiedener Steine können sich sehr voneinander unterscheiden. Die Oberflächen können ebenfalls auf sehr verschiedene Weise bearbeitet sein. Es gibt raue und glatte Oberflächen. Je nach Material fühlen sie sich beim darüber laufen  kühler oder wärmer an. Die Pflege ist unproblematisch, wenn materialtypische Hinweise beachtet werden. Grundsätzlich empfehlenswert ist die Imprägnierung - sie lässt dem Material sein individuelles Aussehen, kann aber die Reinigung erleichtern und die Verschmutzung verlangsamen.

Granit, Sandstein, Kalk und Schiefer sind beliebt

Es gibt einige sehr beliebte Ausgangsmaterialien für Naturstein-Fliesen. Oft sind aber gerade die ungewöhnlichen Steine, wenn sie zu Naturstein-Fliesen verarbeitet sind, ein besonderer Blickfang.

  • Granit: Das Material ist hart und robust. Die Abriebfestigkeit ist hoch. Fliesen aus Granit nehmen kaum Wasser auf und sind sehr einfach zu pflegen. Poliert überzeugt Granit durch seinen besonderen Glanz. Der kühl wirkende Stein ist hell- bis dunkelgrau, kann aber auch rot oder braun sein.
  • Sandstein ist überwiegend hart, es gibt aber auch weiche Sorten. Je weicher Sandstein ist, um so weniger abriebfest ist er. Das Material ist saugfähig und nimmt unbehandelt leicht Schmutz auf. Der Stein ist gut spaltbar, aber schlecht zu polieren. Er ist rot oder braun, kann aber auch weißlich-gelb oder grün sein.
  • Kalksteine gehören zu den weicheren Gesteinen. Ihre Abriebfestigkeit ist gering. Die Wasseraufnahme ist zwar relativ niedrig, aber Säuren können den Stein leicht anlösen. In feuchten Umgebungen ist also eine entsprechende Vorbehandlung unbedingt empfehlenswert. Kalksteine lassen sich sehr gut spalten, aber kaum polieren. Vom Oberflächengefühl sind Kalksteine ebenfalls relativ warm, weshalb sie gerne für Fußbodenheizungen verwendet werden. Kalkstein-Fliesen sind überwiegend hell, grau bis graugelb.
  • Schiefer ist sehr weich, aber dennoch abriebfest. Er ist  sehr resistent gegen äußere Einflüsse und nimmt kaum Wasser auf. Meist lässt man Schiefer natürlich gespalten, aber das Gestein kann auch geschliffen werden. Die Oberflächen fühlen sich kühler an als bei Sandstein und haben einen ähnlich matten Glanz. Schiefer ist dunkelgrau bis schwarz, kann aber auch grünliche und rötliche Farbstiche haben. Im Bad sollten Schiefer-Fliesen vor der Verwendung imprägniert werden, um die Pflege zu erleichtern.
  • Basalt gehört zu den harten Steinen. Er ist abriebfest und widerstandsfähig. Der etwas teurere Stein ist universell einsetzbar und dunkelgrau bis schwarz.
  • Quarzit ist das härteste und widerstandsfähigste Gestein im Naturstein-Handel. Er ist ein sehr selten und sehr edel. Wegen seiner Härte muss Quarzit gesägt und anschließend weiterverarbeitet werden. Besonders beliebt sind polierte Oberflächen, die die Gesteinsfarben betonen und stark glänzen. Quarzit ist weiß bis grau, kann aber auch rote, gelbe und sogar blaue Farbtöne haben. Der Stein wirkt, wie alle Hartgesteine, sehr kühl.
  • Travertin ist ein Kalkgestein und hat entsprechende Eigenschaften. Anders als Kalkstein lässt sich Travertin aber nicht spalten. Häufig ist er relativ porös und muss ausgespachtelt werden, damit sich kein Schmutz in den Hohlräumen ablagern kann. Travertine sind hell-gelb bis braun. Das Material ist durch seine Porosität und sein warmes Oberflächegefühl für Fußbodenheizungen optimal geeignet.
  • Gneis ist von regionaler Bedeutung.  Der Stein ist in seinen Farben und Eigenschaften nahezu identisch mit Granit. Er kann aber auch gespalten werden. Es dominieren Grautöne, aber auch rötliche und bräunliche Farben treten auf. Fliesen aus Gneis werden gerne Ersatz für Granit verwendet.

Unterschiedlich bearbeitete Oberflächen

Je nach Material können Naturstein-Fliesen auf unterschiedliche Art und Weise bearbeitet werden. Hartgesteine (Granit, Basalt, Quarzit) können poliert und geschliffen sein. Weichgesteine werden gern naturnah (spaltrau) verlegt.

Hier hat der Naturstein Basalt als Fußbodenbelag Verwendung gefunden. Das Gestein ist geflammt und wirkt dadurch heller.

In öffentlichen Gebäuden müssen bei Fliesen bestimmte, technische Richtlinien eingehalten werden, vor allem, was die Rutschfestigkeit angeht. Polierte Fliesen sind dort nicht erlaubt. Gerade wegen ihres Aussehens sind polierte und fein geschliffene Oberflächen in Privaträumen sehr beliebt. Sie glänzen mehr und wirken farbintensiver. Aber nicht immer sind diese spiegelnden Oberflächen erwünscht, vor allem nicht in hell ausgeleuchteten Zimmern. Dort sollte man auf raues Material zurückgreifen. Flammen, Bürsten oder Trommeln sind dafür gängige Methoden. Allerdings sammelt sich auf den rauen Oberflächen leichter der Schmutz und das Putzen wird etwas erschwert. Raue Oberflächen wirken auch weniger farbintensiv als glänzende.

Wichtig sind auch die Kanten. In öffentlichen Räumen werden eher Fliesen mit gerade gesägten Kanten verlegt, weil dort große Laufflächen gewünscht sind. In privaten Räumen verlegte Naturstein-Fliesen und Wandverkleidungen haben meistens abgerundete Kanten oder gefaste Fliesen.

Zuletzt sei auch daran erinnert, dass die Kalibrierung der Fliesen eine Rolle spielt. Je gleichmäßiger das Material in seiner Stärke, um so unproblematischer ist die Verlegung. Gut kalibrierte Fliesen haben weniger als 0,5 Millimeter Toleranz. Sind die Unterschiede größer, müssen die Unterschiede beim Verlegen im Mörtelbett ausgeglichen werden. Gut kalibrierte Fliesen kosten mehr.

Wie die Naturstein-Fliesen angeordnet und welches Format genutzt wird, ist eine individuelle Entscheidung. Unterschiedliche Maße beleben das Bild, verlangen aber Erfahrung bei der Verarbeitung. Populär ist der Römische Verband - dieser Begriff steht für ein genau festgelegtes Wechseln zwischen kleinen und größeren Fliesenformaten. Der Begriff geht ursprünglich auf den Boden der weltberühmten Arena von Verona zurück.


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