Mustang Schiefer – Eine Geschichte
Immerhin seit einem viertel Jahrhundert kommt Schiefer aus Brasilien nach Deutschland. Doch wie kommt es zu dem Namen Mustang Schiefer? Erzählt wird die Geschichte von einem brasilianischen Händler, der keinen Namen für sein Produkt hatte; Ideen sammelte und bei dem amerikanischen Wildpferd hängen blieb. Auch andere Produzenten haben sich so inspirieren lassen: der kraftstrotzende, amerikanische Sportwagen mit dem galoppierenden Gaul im Signet ist längst sprichwörtlich geworden. Mustangs übrigens sind keine wilden Pferde, sondern Nachkommen von verwilderten Pferden spanischer Soldaten und der Indianer.
Aber woher stammt dieser Schiefer, der auch unter den Namen Papagaios, Felixlandia, Pornpeu/Belo Horizonte, manchmal auch Rio Negro, gehandelt wird? Auch der Name Graphite Altivo Slate wird für diesen Naturstein verwendet. Rings um den Ort mit dem hübschen Namen Papagaio wird 95 Prozent des Schiefers gewonnen, der aus Brasilien stammt. Das Städtchen selbst hat gerade 15.000 Einwohner und liegt 150 Kilometer von Belo Horizonte im Südosten des Landes entfernt. Aus Finnland kommt übrigens ein Granit, der ebenfalls unter dem Namen Mustang verkauft wird - hier darf man sich nicht irritieren lassen; hat doch Granit vollkommen andere Eigenschaften als Schiefer, ist wesentlich härter und nicht so ,,klassisch" spaltbar wie Schiefer.
Der Geologe J. A. Walsh hat auf einer spanischen Schieferwebsite noch mehr interessante Details zu Brasilianischem Schiefer veröffentlicht. Der Wissenschaftler hatte Bambui Slate auf die Übereinstimmung mit der europäischen Norm EN 12326, die auch als europäische Schiefernorm bezeichnet wird, untersucht. Walsh zufolge ist die brasilianische Schieferproduktion im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais angesiedelt. Sieben verschiedene Brasilianische Schiefer würden produziert, deren Farben bei grau beginnen, grün und schwarz ebenso umfassen und durch vielfarbigen Schiefer komplettiert sind. Walsh datiert Schiefer auf ein Alter von 600 Millionen Jahren. Dieser Naturstein werde in Brasilien aus der Helena-Formation gewonnen.
Papagaios ist übrigens ein Schiefer, den es nicht nur in Schwarz, sondern auch in Grün, als Multicolor und Purple (Rosa) gibt. Seine Oberfläche gilt als kratzempfindlich - das ist bei Schiefer völlig normal und man kann davon ausgehen, dass sich solche Spuren im Lauf der Zeit wieder verlieren. Diese Eigenschaften treffen auch auf Mustang zu; er wird in der Literatur als dunkelgrau bis schwarz beschrieben.
Schiefer sind im Prinzip nichts anderes als verdichtete Tonschlämme. Charakteristisch ist ihre Spaltbarkeit - in vielen europäischen Regionen hat das diesen Naturstein zu einem sehr begehrten Werkstoff für Dachdecker und Fassadengestalter gemacht. Die gute Spaltbarkeit führt auch dazu, dass die Verarbeitung unaufwändig und ökologisch sinnvoll ist - sehr viel mehr Verarbeitungsschritte als die Spaltung sind unnötig.
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