Steintreppen

Treppen aus Natursteinen überzeugen durch ihre reizvolle Optik und ihre Robustheit. Sie sind ideal für die Gestaltung von Gartenanlagen und Treppenanlagen. Steintreppen können in individuellen Formaten angefertigt werden und sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich. Die Kombination von mehreren Natursteinen oder die Kombination von Natursteinen mit anderen Baustoffen kann bei der Gestaltung von Treppenanlagen ein sehr harmonisches Bild erzeugt werden.

Bevor man sich für einen Naturstein oder eine Kombination von Natursteinen entscheidet, muss man sich zuerst Gedanken über die Art der Treppe machen, die gebaut werden soll; in erster Linie, ob die Treppe für Innen oder für Außen ist. Ist die Treppe für Innen, müssen die Fragen geklärt werden, welchen Zweck soll sie erfüllen, wie viel Raum steht zur Verfügung und wie stark ist die Benutzung d.h. wie hoch ist der Verschleiß. Die Frage nach dem Zweck ist vor allem für ein öffentliches, repräsentatives Umfeld wichtig, wo durch geschickte Raumplanung eine bestimmte Wirkung erzielt werden soll. Im Artikel Granittreppen  gibt es eine ausführliche Beschreibung was für Treppentypen es gibt und welchen Raumbedarf die jeweiligen Typen benötigen. Abhängig von der Stärke der Benutzung sollten härtere, verschleißärmere Natursteine gewählt werden, oder können entsprechend auch weichere Gesteine eingesetzt werden.
Im Außenbereich sind Treppen einerseits Gestaltungsmerkmale von Gärten und Parkanlagen oder dienen andererseits zur Überbrückung von Hindernissen und Höhendifferenzen. Treppen, die zur Überbrückung von Hindernissen (Straßen, Schienen) dienen, sind in der Konstruktionsweise Innentreppen meist sehr ähnlich und unterliegen ähnlichen Richtlinien. Vor allem in Parkanlagen und Gärten kommen jedoch andere Treppenbauweisen zum Einsatz. Eine einfache und sehr weit verbreitete Bauweise sind Treppen aus Blockstufen. Blockstufen sind massive, quaderförmige Bauelemente, die bei kleinen Treppen sogar ohne Fundament verlegt werden können. Blockstufen müssen nicht gerade sein, sie können auch in radialen Formen angefertigt werden und ihre Frontpartien können verschiedene Formen haben. Neben den geraden senkrechten Fronten bieten sich auch Frontpartien mit Unterschneidung und herausgeschnittenen Platten an.
Eine noch einfachere und günstigere Bauweise als Blockstufen ist das Setzen von Stellstufen. Hierbei werden dicke Steinplatten oder mehrere Palisaden nebeneinander senkrecht in einen Weg eingelassen. Die dazwischen liegenden Stufen werden mit Pflastermaterial des Weges ausgelegt oder mit Füllmaterial verfüllt. Diese relativ labile Bauweise bedarf eines ausreichend massiven Fundamentes, damit die Stellstufen nicht durch das Wegmaterial umgedrückt werden. Auf Grund der sehr einfachen Bausweise werden Stellstufen bevorzugt bei der Befestigung von Wandwegen verbaut.
Sollte die Bauweise mit Blockstufen zu schwer sein oder zu viel Material benötigen, bietet sich als Alternative die Verlegung von Legstufen an. Legstufen werden aus großen Platten mit einer Höhe von ca. 7 cm gefertigt. Die Platten werden auf ein unterlagerndes Fundament gelegt und im Frontbereich durch einen Setzstein unterlegt. Legstufen werden vor allem dann verwendet, wenn eine Treppe mit tiefen und relativ flachen Stufen gebaut werden soll.

Je nach Einsatzort der Steintreppen gilt es für die Bearbeitung der Stufenoberflächen bestimmte Richtlinien einzuhalten, speziell im öffentlichen Bereich. Während im privaten Bereich nur das eigene Sicherheitsempfinden berücksichtigt werden muss, gilt es schon in Mehrfamilienhäusern Richtwerte für die Rutschfestigkeit der Oberflächen einzuhalten. Speziell in öffentlichen Gebäuden mit hoher Frequentierung müssen die Oberflächen einen gewissen Rauhigkeitswert aufweisen; polierte Oberflächen sind deshalb dort nicht zulässig. Je nach Einsatzumfeld können die Stufen mit geschliffenen oder aufgerauten (sandgestrahlt, mit Laser bearbeitet) Oberflächen verlegt werden. Im Außenbereich empfiehlt es sich nur raue (gestockte, geflammte o.ä.) Oberflächen zu verwenden, da durch Nässe und Schnee Oberflächen schnell rutschig werden können.
Wichtig ist auch die Kantenbearbeitung der Treppenstufen. Die Vorderkanten aller Laufflächen sollten abgerundet oder gefast werden, um die Verletzungsgefahr zu verringern und keine Stolperkanten zu bieten.

Nicht nur die Art der Treppenkonstruktion ist von großer Bedeutung, sondern auch die Auswahl der zu verwendeten Natursteine. Jede Gesteinsart hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Trotzdem bleibt es meistens eine Geschmackssache, aus welchem Gestein die Treppenstufen gefertigt werden. Viele Leute bevorzugen regionale Gesteine, die sehr gut ins Landschaftsbild passen. Wer sich mehr an Materialeigenschaften orientiert, sollte die technischen Eigenschaften (Härte, Verwitterungsbeständigkeit, Bearbeitbarkeit), das Aussehen (Farbe, Textur) und das Oberflächengefühl (Rauhigkeit, Wärme) bei der Wahl berücksichtigen.
Steintreppen werden vor allem aus sehr verbreiteten Natursteinen hergestellt, wie Granit , Sandstein und Kalkstein. Von regionaler Bedeutung sind Basalt, Gneis, Quarzit, Schiefer und Travertin.
Granit ist ebenso wie Basalt, Gneis und Quarzit ein hartes und verwitterungsresistentes Gestein, jedoch vermitteln diese Gesteine ein relativ kühles Oberflächengefühl. Sandstein und Kalkstein sind ebenso wie Travertin und Schiefer relativ weiche Gesteine, die sich zudem relativ warm anfühlen. Mit Ausnahme von Schiefer sind diese Steine häufig deutlich poröser als die Hartgesteine und neigen deshalb zu Bildung von Moosen und Flechten. Dies kann manchmal durchaus auch erwünscht sein, damit die Steine ein noch Naturnaheres Erscheinungsbild zu erhalten.
Gneis, Sandstein, Kalkstein und Schiefer lassen sich sehr gut spalten und werden deshalb gerne mit gespaltener Oberfläche verlegt. Granit, Basalt und Quarzit hingegen sind sehr homogene Gesteine, die nur unter großem Energieaufwand bearbeitet werden können. Diese Steine müssen nach dem Sägen nachbearbeitet werden, damit sie die gewünschten Oberflächen erhalten.

Alternativ zu Naturstein lassen sich Treppen auch aus Beton, Holz oder Metall anfertigen. Vor allem im Außenbereich haben Treppen aus Holz aber eine deutlich kürzere Lebensdauer als andere Produkte. Auch sind Holztreppen deutlich weicher als Steintreppen und nutzen sich schneller ab. Treppen aus Holz und Metall haben gegenüber Natursteintreppenstufen zudem den Nachteil, dass sie bei Belastung nachschwingen.
Natursteine wie auch Holz überzeugen durch ihre ungleichmäßigen, natürlichen Oberflächen, die bei Betrachtern harmonische und wohltuende Empfindung auslösen können. Beton- und Metallstufen hingegen haben eine stumpfe, künstliche Optik.


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