Bodenbelag aus Schiefer - eine starke Alternative

So sieht Schiefer aus, wenn er ein paar Jahre an Ort und Stelle liegt - interessant, jede Fliese des Bodenbelages ist anders. Das Aussehen kann sich über die Jahre immer wieder wandeln.
Dass der Boden der Tatsachen manchmal hart ist, weiß man, wenn ein paar Jahre des Lebens ins Land gegangen ist. Aber was spricht dagegen, sich den sprichwörtlichen Untergrund dann wenigstens etwas attraktiver zu gestalten? Schiefer käme infrage. Als Bodenbelag. Ja, genau, der Stein, aus dem bis heute manche Dächer gedeckt und Fassaden gestaltet sind. Die Auswahl ist, vorsichtig ausgedrückt, reichhaltig.
Bis Schiefer zu Bodenbelag wird, hat er schon ein paar mehr “Lebensjahre” hinter sich als die, die ihn benutzen. Schiefer sei, liest man in der geologischen Fachliteratur, ursprünglich ein bergmännischer Sammelbegriff für alle in dünnen Platten brechende Gesteine gewesen; Schieferton und Ölschiefer sei dazu gerechnet worden, genauso Kupfer- und Lithographenschiefer. Heute fasse man unter dem Begriff metamorphe (Metamorphose = Verwandlung), geschieferte Steine zusammen, vor allem Ton- und kristalline Schiefer. Ersterer ist im Grunde verfestigter Ton, bei letzterem ging es bei der Entstehung zusätzlich mit hohen Drücken oder Temperaturen zu. Für Bodenbelag dürften vor allem Tonschiefer infrage kommen.
Kann man denn ohne Einschränkungen jeden Schiefer als Bodenbelag empfehlen? Im Prinzip ja. Die Antwort gilt umso uneingeschränkter, je mehr sich die Schiefer-Interessenten mit den Eigenheiten ihres Natursteins auseinandergesetzt haben. Die bestehen darin, dass es auch nach dem Verlegen weiter Schieferungen - also kleine Abplatzungen des Materials - geben kann. Und: Schiefer ist als Bodenbelag kratzempfindlich. Regelmäßige Reinigung und ein wenig Vorsorge (Schuhe ausziehen in der Wohnung, was ohnehin viele Menschen regelmäßig tun) helfen hier schon. Übrigens: Schiefer gibt es nach wie vor auch aus Deutschland, er wird aber sehr umfangreich aus einer Reihe von Ländern eingeführt.
Wir stellen Ihnen eine kleine Auswahl von Bodenbelag aus Schiefer vor:
Black Rustic Schiefer: der schwarze Schiefer wirkt vor allem in hellen Räumen; passt gut zu moderner Architektur und Einrichtung. Diese Bodenplatten werden in Indien gewonnen.
Grey Slate: Dieser Schiefer aus Brasilien, dessen Name nichts anderes als “grauer Schiefer” bedeutet, hat es zu einer gewissen Berühmtheit gebracht: Es gibt sogar Autos, deren Farbe so genannt wird.
Peacock Schiefer: Der Schiefer verdankt seinen Namen einem indischen “Nationaltier”, dem Pfau. In der Grundfarbe sind die Bodenplatten meist dunkel, manchmal auch rötlich. Er kann regelrecht schillern - gelb, grün, lila, rot kommen als Schattierungen vor. Achtung: Wer Peacock-Fliesen verlegen will, sollte etwas Erfahrung mitbringen, das Material ist nicht kalibriert.
Porto-Schiefer: Das portugiesische Material erinnert in seinem Aussehen ans Eisblumen.
Burgund-Schiefer: Bodenplatten aus diesem Material sind besonders schön, weil sie ein sehr dunkles, fast schwarz wirkendes Lila tragen. Der Schiefer stammt aus Brasilien.
Jak Supreme-Schiefer: Dieser Schiefer, anthrazit in der Wirkung, kommt aus Indien nach Europa (entspricht Black Rustic).
Fair Haven Green: Das Material aus den USA ist grau bis grün schattiert. Es gibt auch die Sorte Purple (violett) und als Mischform.
Fredeburg Schiefer: Dieser Schiefer aus Deutschland ist dunkelgrau.
Holzmaden-Schiefer: Diese Bodenplatten sind ungewöhnlich, sie werden auch Posidonienschiefer (nach dem so genannten Leitfossil) genannt.
New York Red: Diese Bodenplatten kommen aus den USA und sind rot.
Penrhyn Red: Dieser wallisische Schiefer ist rot (Hämatit sorgt dafür, wie in solchen Fällen meistens).
Interessant ist, dass das Schieferlexikon berichtet, dieses Material sei als Schiffbeschwerung auf Wollschiffen elbaufwärts gekommen und bis ins Erzgebirge und Böhmen gelangt. Genannt werden vielfach neben deutschen Schiefern auch Materialien, die aus Norwegen kommen. Schiefer ist, es sei denn, mit einem speziellen Test ist das Gegenteil nachgewiesen, nicht für Wege und Terrassen geeignet - er ist nicht frostsicher.
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