Naturstein Schiefer: Nicht nur für Dächer gut

Hier sehen Sie "unberührten" Black-Rustic-Schiefer aus einem Presenter der Stuttgarter Musterschau.

Schiefer? Kaum zu glauben, dass das bis vor nicht allzu langer Zeit für viele gleichbedeutend mit Schiefertafel gewesen sein dürfte. Als Papier knapp war, lernten unzählige ABC-Schützen auf den kleinen Täfelchen schreiben und rechnen. Wer jünger ist, hat vielleicht zu Kinderzeiten mit solchen Utensilien gespielt oder in Bilderbüchern einschlägige Szenen angeschaut.

Doch der Naturstein Schiefer kann mehr, das steht fest. In Deutschland prägen schiefergedeckte Häuser ganze Landstriche. Nicht nur Dächer lassen sich damit decken, auch Fassaden verkleiden. Dachschiefer ist bis heute sehr begehrt - und recht strengen Normen unterworfen; muss doch bei im Freien verwendeten Schiefer sicher sein, dass der Naturstein frostsicher ist.

Wer ein wenig gründlicher forscht, wird feststellen, dass Schiefer in der strengen Nomenklatur der Geologen eigentlich ein Oberbegriff ist (so ähnlich wie bei Kalksteinen auch), die Begriffserklärung hat sich im Lauf der Zeit auch gewandelt. Im hochrenommierten Wörterbuch der Gebrüder Grimm ist zu lesen, dass Schiefer vom mittelhochdeutschen shivere kommt. Es geht um einen Splitter oder Blatt vom Stein, Holz oder Schindel. Wer in Süddeutschland lebt, kennt den Satz, dass man sich einen Schiefer (gemeint ist ein Holzsplitter) eingezogen hat.

Diese Assoziationen sind nicht so weit vom Naturstein Schiefer entfernt, wie es den Anschein hat. Schiefer war deswegen lange ein bergmännischer Oberbegriff, weil darunter leicht spaltbare Steine zusammen gefasst wurden. Schiefer lässt sich mit äußerst wenig Aufwand in gleichmäßige Platten spalten – was mit Entstehung und Struktur des Natursteins zusammenhängt. Vereinfacht ausgedrückt: Schiefer ist meist abgelagerter, durch Druck und hohe Temparaturen verpresster Ton. Die präzise Struktur, nicht selten mit kristallinem Glimmer, ist Ursache der leichten Spaltbarkeit.

Diese ausgesprochen Handhabbarkeit des Schiefers macht ihn zu einem Stein mit einer günstigen Ökobilanz. Im Prinzip muss der Stein nur aus dem Steinbruch gelöst und auf Maß gespalten werden - schon kann das Verlegen beginnen. Schiefer ist nicht so hart wie Quarzit, der sich nur mit großem Aufwand bearbeiten lässt. Schiefer lässt sich - wie andere Natursteine übrigens auch, auch nach der Verwendung wieder verwenden.

Schiefer kommt nicht nur aus Deutschland - der Naturstein wird auch auf vielen anderen Kontinenten angeboten. Lieferländer, die ausgesprochen schöne Schiefersorten im Programm haben, sind

  • Brasilien,
  • Portugal
  • Indien & China,
  • die USA.

Der Naturstein wird immer mehr auch für Fußböden eingesetzt. Da einige Sorten - im Gegensatz zu Travertinen und manchen Sandsteinen - relativ starke Farbeindrücke entwickeln, sollte man sich gut überlegen, wie ein Schiefer-belegter Raum beleuchtet ist und mit welcher Einrichtung der Fußboden kombiniert werden. Übrigens gibt es natürlich auch Einrichtungsgegenstände, die aus Schiefer gearbeitet sind: Küchenarbeitsplatten, Spiegeleinfassungen u.v.a. sind denkbar.

Gibt es Nachteile, die der Naturstein Schiefer hat? Nicht wirklich. Allerdings sollte man drei Eigenschaften kennen:

  • Die als Bodenbelag gehandelten Schiefersteine eignen sich nicht für die Verlegung im Freien.
  • Schiefer ist kratzempfindlich, außerdem können sich auch nach dem Verlegen Schieferungen lösen. Daher sollte man Sand und ähnliche Materialien vom Schiefer fernhalten.
  • Einige Schiefer sind nicht gleichmäßig kalibriert, für das Verlegen ist Erfahrung notwendig.

Wer auf diese drei Punkte ein wenig Acht gibt, wird an seinem Naturstein Schiefer lange Freude haben.


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