Naturstein im Bad: Abwechslung & Alternative
Der Peacock-Schiefer im Bad des Schweriner Hauses sieht schon Klasse aus. Von oben bis unten ist die Duschecke mit kleinen Fliesen ausgekleidet - das sei völlig problemlos im Alltag, lassen die Besitzer wissen. Auch das mit vergleichsweise kräftig gefärbten Travertin-Fliesen ausgestattete Bad in einem niedersächsischen Haus ist schön. Endlich eine Abwechslung zum weißen Fliesen-Einerlei im üblichen Bad, das höchstens mit ein paar Blümchen aufgerüscht oder leichten Farbabwandlungen versehen wird.
Skeptiker werden fragen: Naturstein im Bad, geht denn das? Die Antwort ist einfach: Im Prinzip ja. Allerdings sollten Sie bei Planung und Nutzung ein paar Regeln beachten - wie bei allen anderen Baumaterialien auch.
- Klug ist, recht harte Steine einzusetzen. Polierte Oberflächen sind weniger geeignet, da kann Wasser schon mal stehen bleiben (zum Thema Wasser gleich mehr).
- Beziehen Sie bei der Auswahl des gewünschten Natursteins für Ihr Bad die Lichtverhältnisse in dem Raum unbedingt mit ein. Faustregel: Je weniger Licht zur Verfügung steht, um so heller muss der Naturstein sein.
- Von entscheidender Wichtigkeit ist bei der Bauausführung, alle Regeln für das Verlegen und Verfugen genau zu beachten. Nirgendwo sollte Wasser stehen bleiben oder eindringen können - das führt über kurz oder lang immer zu Schwierigkeiten.
- Mindestens genau so wichtig ist, auch beim Umgang mit Naturstein im Bad einige Vorsichtsmaßregeln zu beachten: Viele Natursteine vertragen den Umgang mit kratzenden Materialien nicht. Dazu gehören sowohl Topfschwämme als auch scheuernde Substanzen in pulveriger oder flüssiger Form.
- Grundsätzlich gilt, dass alle Kalksteine empfindlich gegen Säure sind. Von dieser Einschränkung sind auch Travertine und Marmore betroffen (sie werden von den Geologen zu Kalksteinen gerechnet). Auch einige wenige Quarzite können auf Wasser und Kohlendioxid empfindlich reagieren. Hier hilft genaues Nachfragen beim Händler Ihrer Wahl.
Zur regelgerechten Verlegung von Naturstein im Bad gehört auch, das Material am Ende des Einbaus (oder vor dem Verfugen, da kann es Unterschiede geben) zu imprägnieren. In seltenen Fällen werden Natursteine danach dunkler - im Prinzip behalten sie aber ihren Charakter bei. Sie können den Vorgang, der alle vier bis fünf Jahre zu wiederholen ist, aber nicht als Universalschutz gegen alle Verschmutzungen verstehen - nur die Reinigung wird leichter.
Sicher ist: Naturstein im Bad ist nachhaltig. Fliesen können im Lauf der Zeit schmuddelig und stumpf aussehen - gut gepflegter Naturstein verändert zwar auch sein Gesicht, überlebt uns im Zweifel aber alle.
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