Frostsicherer Kalkstein – Schön auch im Garten

Dieser Kalkstein ist nicht nur sehr schön, sondern auch frostbeständig.

Dieser Kalkstein ist nicht nur sehr schön, sondern auch frostbeständig.

Dass Kalkstein, so wie ihn jeder kennt, einen recht natürlichen Ursprung hat, ist schnell erläutert. Meerestiere sind der Ursprung. Genauer: Ihre Skelette, natürlich verdichtet zusammengedrückt, wandeln sich Schritt für Schritt in einen Naturstein um, der das Gestein des Jahres 2010 ist. Einer der Gründe: Kalkstein wird für unendlich viele Zwecke eingesetzt; im Prinzip verbraucht ihn jeder im Lauf seines Lebens tonnenweise. Kalkstein ist in der Wissenschaft übrigens auch ein Oberbegriff: Es gibt nicht nur den eigentlichen Naturstein dieses Namens, sondern auch die beliebten Travertine und Marmore gehören dazu. Insgesamt werden fünf Kalksteingruppen unterschiedlicher Beschaffenheit und Härte unterschieden.

Fugen zwischen Kota-Brown-Kalkstein-Platten

Fugen zwischen Kota-Brown-Kalkstein-Platten

Doch eignet sich der klassische Kalkstein auch für den Einsatz im Garten? Spontan möchte man antworten, dass sowohl hellere Varianten (etwa Jura, Deutschland) als auch dunkle Kalksteine (Kota brown, Indien) sehr gut mit den natürlichen Farben eines Gartens harmonieren. Entsprechend häufig finden sich entsprechende Tipps und Hinweise in einschlägigen Internetforen oder Blogs, die sich mit Gärten befassen. Die Industrievereinigung Altmühltaler Kalksteine e.V. veröffentlicht sogar eine zweiseitige Anleitung, was bei der Verwendung von Jurakalkstein zu beachten ist. Nicht alle Kalksteine, so die Altmühltaler Fachleute, besäßen eine für die “zentralkontinentalen Witterungsbedingungen geeignete Materialzusammensetzung“.

Jurakalkstein, fahren sie fort, werde seit vielen Jahrhunderten im Freien angewandt; es gebe unzählige Beispiele für seine Witterungstauglichkeit. “Bei sachgerechter Anwendung, der Vermeidung von Staunässe und der Auswahl der entsprechenden Materialschichten kann jedoch bei Jurakalkstein das Risiko eines Frostschadens nahezu ausgeschlossen werden“. Wichtig sind demnach

  • Schutz vor aufsteigender und nachdrückender Feuchtigkeit, auch bei Aufsetzen auf Beton,
  • Einbau einer Trennschicht, wenn feuchtigkeitsspeichernde Materialien in Berührung mit dem Stein kommen könnten,
  • Unterbau aus mineralischem Boden (so genannte kapillarbrechende Schicht),
  • Ausreichendes Gefälle beim Bodenunterbau für die Wasserabführung,
  • Wahl des richtigen Untergrunds,
  • Wasserdurchlässige oder offene Fugen,
  • Abschluss der Verlegearbeiten bis Oktober, damit der Kalkstein vor Einsetzen des Frostes ausreichend trocknen kann.

Ob ein Kalkstein frostsicher ist, hängt stark vom Abbaugebiet und der Herkunft ab. Es ist vorgekommen, dass sich die Frostbeständigkeit einer Kalksteinsorte in einer neuen Charge völlig verändert hat. Kalkstein im Freien einzusetzen, ist also nicht ohne Risiko; möglicherweise kann eine schriftliche Garantie des Herstellers für eindeutigere Verhältnisse sorgen.

Detailaufnahme der Kota-Brown-Platte

Detailaufnahme der Kota-Brown-Platte

Ansonsten sind der Phantasie natürlich keine Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, Kalkstein im Garten einzusetzen. Eine Terrasse, die den Blick in den Garten öffnet, Mauern, die verschiedene Ebenen im Gelände genauer konturieren, Pfosten, die Tore einfassen, Sitzbänke, Einfassungen für den Gartenteich oder das Schwimmbecken - es gibt gewiss noch mehr Beispiele. Wie man das quantitative Verhältnis von Stein und Natur gestaltet, ist gewiss eine Geschmacksfrage - zu viel versiegelte Fläche sollte gewiss auch in einem Garten nicht sein. Nicht nur, weil der Eindruck sonst zu künstlich und leblos würde, sondern weil Wasser immer gut ablaufen können muss.

Nach jonastone-Erfahrung ist sowohl beim eigentlichen Kalkstein als auch bei Travertin das Verlegen auf Splitt empfehlenswert. Travertin, der ja auch zu den Kalksteinen gehört, ist frostsicher, wenn

  • er nur ungebunden auf Schotter und Splitt verlegt wird,
  • auf “press” gearbeitet ist,
  • und die Travertin-Poren nicht verspachtelt werden.

Zwei Hinweise zuletzt: Kalkstein ist grundsätzlich säureempfindlich. Grundsätzlich für alle Natursteine empfehlenswert ist die Imprägnierung. Sie kann alle fünf Jahre wiederholt werden und verhindert, dass Flüssigkeiten ins Material eindringen können. Der optische Eindruck jedenfalls wird durch die Imprägnierung nicht gestört.


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