Travertin - Stein der Varianten

Hier ist zwar kein Stein zu sehen, sondern nur ein Verlegeplan, aber es passt trotzdem. Der Römische Verband nämlich, eine genau geplante Abfolge kleiner und großer Platten, die nur auf den ersten Blick unregelmäßig aussehen, ist so ähnlich populär wie Travertin.

Hier ist zwar kein Stein zu sehen, sondern nur ein Verlegeplan, aber es passt trotzdem. Der Römische Verband nämlich, eine genau geplante Abfolge kleiner und großer Platten, die nur auf den ersten Blick unregelmäßig aussehen, ist so ähnlich populär wie Travertin.

Nicht nur, wer sich in der einschlägigen Fachliteratur umschaut, kann, wenn es um Fußböden geht, Trends ausmachen. Viele kennen aus ihren Kindertagen Holzfußböden, die mühsam gebohnert werden mussten. In vielen Mietwohnungen gab und gibt es Laminat- oder Linoleum-Böden - nicht selten mit weißer Raufaser-Tapete an den Wänden kombiniert. Andere bevorzugen - oft sehr wertvolle - Teppiche, die die Füße wärmen und, wenn sie sorgfältig gearbeitet sind, lange halten.

Doch auch Stein kommt immer mehr in Mode. Travertin ist, was die tägliche Erfahrung im Online-Shop von jonastone zeigt, ein Renner - Es ist mit Abstand der beliebteste Stein, den man sich als Fußboden- oder Terrassenbelag auswählen kann.

Wer sich näher für Travertin interessiert, wird schnell feststellen, dass der Stein kleine Löcher hat - je nach Sorte unterschiedlich viele. Das ist kein Zeichen für seine Qualität, sondern gehört zu den wichtigsten Merkmalen von Travertin. Es gibt zwei Arten des Umgangs: Entweder wird der Stein mit diesen Poren verbaut, oder er wird - letzteres ist nur innerhalb von Gebäuden möglich - beim Verlegen “gefüllt”. Das bedeutet: Die Fugenmasse wird beim Verarbeiten auch über die Fläche der Travertin-Platten gezogen - je nach verwendeter Masse können ganz unterschiedliche Farbspiele entstehen.

Auch wenn der Name musikalisch klingt: ein getrommelter Stein hat nichts mit Musik zu tun.

Auch wenn der Name musikalisch klingt: ein getrommelter Stein hat nichts mit Musik zu tun.

Sehr beliebt ist auch getrommelter Travertin. Bei diesem Verfahren wird Travertin zusammen mit Gesteinsbruch in eine Trommel gelegt, die sich dreht - dabei entsteht eine Oberfläche, die künstlich gealtert ist und auch als Antikmarmor bezeichnet wird.

Stein mit dem Namen Travertin gibt es in vielen Varianten. Hier einige, wenige Beispiele:

  • Travertin noce: Der Stein verdankt seinen Beinamen dem italienischen Wort für Nuss. Seine Farbe ist kräftig braun, außerdem hat er mehr Poren als andere Sorten. In Deutschland wird er für Wandvekleidungen benutzt, wird rund um München gekauft, ist sonst aber wenig bekannt. In den USA wird noce für Schwimmbadumrandungen verwendet, in arabischen Ländern mit polierter Oberfläche verwendet.
  • Travertin classico: Der Stein ist hell und beige, dunkle Farbtöne fehlen. Schon auf den alten Römerstraßen in Italien ist er zu finden. Travertin classio wird auch gefüllt verlegt, mit polierter Oberfläche wird er als Wandverkleidung eingesetzt.

Der Name des Steins wird mit Tivoli  (lateinisch: “Stein aus Tivoli”) in Verbindung gebracht. Travertin wird zu den Kalkensteinen gerechnet, Fachleute unterscheiden vier Gruppen:

  1. Poröser Kalkstein: Kalksinter, Süßwasserkalk, aus Quellen oder fließenden Gewässern, z.B. Kalktuff, Travertin.
  2. Oolithischer Kalkstein (griechisch: Eierstein): aus einer übersättigten Lösung wird Kalk oder Eisen an winzigen Keimen abgeschieden.
  3. Kreide: weiß, locker, feinkörnig, aus tierischen Resten und anorganischen Kalkschlämmen hervorgegangen.
  4. Marmor

Chemisch gibt es nicht selten große Ähnlichkeiten, die Struktur und die Geschichte der Entstehung unterscheiden sich nicht selten grundsätzlich. Travertin kommt auf vielen Kontinenten vor. Zu haben ist er in Deutschland, Frankreich, Spanien, Portugal, der Slowakei, der Ukraine, Ungarn, Jugoslawien, Italien, Kroatien, Rumänien und auf der Grenze zu Asien, in der Türkei. Es gibt persischen Travertin, das Material kommt auch aus Argentinien und Peru. Der Stein Travertin entwickelt sich überall dort, wo Wasser fließt, in Quellen, Flüssen und Seen, – er wird als “Ausfällgestein” bezeichnet.


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