Travertin oder Marmor – das ist hier die Frage

Das ist ein Travertin mit antiker Oberfläche. Manchmal werden solche Natursteine auch als Antikmarmor bezeichnet, obwohl es sich streng genommen nicht um Marmor handelt.

Wer sich mit Natursteinen beschäftigt, stellt recht schnell fest, dass es bei den Namen manchmal etwas Verwirrung gibt. Travertin und Marmor sind ein gutes Beispiel: Diese Begriffe werden manchmal auf etwas verwirrende Weise verwendet. Streng genommen sind die Unterschiede aber klar. Sortieren wir also das Durcheinander mit ein paar Fragen und den entsprechenden Antworten:

Was versteht man unter Travertin?
Travertin, manchmal auch Süßwasserkalk genannt, entsteht in Quellen und Flüssen durch Ausfällung. Er gehört zu den Kalksteinen.

Und was ist ein Marmor?
Das Wort kommt vom griechischen Ausdruck für “glänzen”. Marmor entsteht durch Umwandlung aus gewöhnlichem, dichten Kalkstein (Die Entwicklungsgeschichte der Erde, S. 624). Entscheidend: Marmor hat kristalline Struktur; er ist dichter und härter als Travertin.

Wo liegen die Gemeinsamkeiten der beiden Natursteine?
Sowohl Travertin als auch Marmor werden zu den Kalksteinen gerechnet. Also ist ihre chemische Zusammensetzung ähnlich, in der physischen Struktur unterscheiden sie sich. Gemeinsam ist die Empfindlichkeit gegen Säuren.

Wodurch entsteht die Verwirrung?
Es gibt eine Travertin-Oberfläche, die als Antikmarmor bezeichnet wird. Der Naturstein wird getrommelt, d.h. durch mechanische Behandlung künstlich gealtert. Geologisch gesehen ist es aber kein Marmor, sondern Travertin.

Bei diesem Stein handelt es sich um Marmor aus Griechenland.

Welche Vorteile hat Travertin?
Das kommt auf den Zweck an, für den er eingesetzt wird. Travertin ist nicht so hart, also leichter zu verarbeiten als Marmor.

Womit kann Marmor punkten?
Vor allem mit der Tatsache, dass er von Fachleuten in gewissen Abständen poliert und dadurch wieder aufgearbeitet werden kann. Das ist bei Travertin nicht möglich.

Hat Travertin besondere Eigenschaften?
Ja. Im Gegensatz zu Marmor ist Travertin ein poröses Gestein. Die Ursache der Poren ist nicht 100%ig klar, sicher ist aber, dass sie keine Qualitätseinbuße mit sich bringen.

Ist denn Marmor nicht vor allem für Grabsteine üblich?
Nicht nur! Marmor ist, ähnlich übrigens wie Granit, ein in unzähligen Varianten erhältlicher, sehr attraktiver Naturstein, der sich für eine Fülle von Zwecken sehr gut eignet. Auch die Preise sind nicht mehr so, dass nur Herrscherhäuser sich Marmor leisten könnten.

Ist Travertin in ähnlich vielen Varianten zu bekommen?
Durchaus! Die Farbtöne beginnen bei Braun, gehen über Silber und Gold, Rot hin zu Mischtönen, die Gelb oder Beige als Grundlage haben.

Noch einmal zu den Poren - wie werden sie behandelt?
Bei Travertin-Fliesen ist es üblich, die Poren mit der Fugenmasse zu verschließen. Das ist im Freien nicht möglich, weil Fugenmasse und Travertin unterschiedliche Frostpunkte haben und der Stein durch Frost springen würde.

Was haben beide Steine gemeinsam?
Sie sind tausalzempfindlich und vertragen keine Säure. Travertin und Marmor sollten im Zusammenhang mit dem Verlegen imprägniert werden.


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