Quarzit: Der Mercedes unter den Natursteinen

Dezente Farben, wie mit einem breiten Pinsel aufgetragen – gelbe, graue, rötliche Töne. Die Platten wirken nur grob behauen, fast wie gebrochen. Keine dieser Platten gleicht der anderen. Fast möchte man beim Anschauen dieses Bildes nach Wegen suchen, die sich durch das Wirrwarr der Steine winden. Der in einen Topf gepflanzte Strauch passt genauso wie der Rasen, die offene Landschaft wirkt wie ein angenehmer Hintergrund.
Quarzit ist nicht nur hart, er ist im Wortsinn steinhart. Zu den Ausgangsgesteinen kann Sandstein zählen. Typisch für Quarzit ist ein leichtes Schimmern, es gibt auch Quarzite mit ganz anderen Farbtönen – bis ins Blaue hinein. Die Haltbarkeit von Quarzit ist sprichwörtlich – dieser Naturstein ist praktisch unverwüstlich.
Der hier gezeigte Zuschnitt wird übrigens als Polygonalplatte (polygonal = vieleckig) bezeichnet. Achtung: Quarzit ist nicht auf gleiche Dicke kalibriert, für die Verlegearbeiten ist also etwas Erfahrung notwendig, um die entsprechenden Ausgleichsmassen im Untergrund korrekt zu dimensionieren.
Hier sehen sie Quarzit, der aus Brasilien stammt. Je nach Sorte kann sich der Gehalt an Quarz (Siliziumdioxid) sehr unterscheiden. Oppdal-Quarzit (Norwegen) hat nur 78 bis 80 Prozent – und ist recht gut spaltbar, aber genau so haltbar wie andere Quarzite.
Einer der wertvollsten Quarzite dürfte Alta aus Norwegen sein. Attraktiv ist Rosa Oriente (Brasilien). Azul Imperial sieht nicht nur gut aus, sondern wird ab und zu für Granit gehalten. Innenarchitekten mögen Azul do Macaubas (Brasilien) – er ist besonders farbbeständig.
Übrigens: Das Wintergarten-Dach über dem Quarzit wäre für die Haltbarkeit des Steins streng genommen gar nicht notwendig gewesen. Es schützt die Menschen – die sollen ja manchmal ein bisschen empfindlicher sein.
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